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Tschechischer Ex-Regierungschef Babis zieht sich aus Medienbranche zurück
Der tschechische Milliardär und populistische Ex-Regierungschef Andrej Babis zieht sich Angaben seiner Holding Agrofert aus der Medienbranche zurück. Der vor allem in der Lebensmittel- und Chemiebranche tätige Mischkonzern teilte am Freitag auf seiner Internetseite mit, die Mafra-Gruppe verkauft zu haben. Diese gibt mehrere Publikationen heraus, darunter die zweitgrößte tschechische Tageszeitung "DNES". Zudem trennte sich der Konzern von Anteilen im Bereich Chemie und Kosmetik.
Durch den Verkauf dieser Vermögenswerte könne sich das Unternehmen "auf die Schlüsselsegmente" seines Geschäfts konzentrieren, erklärte der Vorsitzende von Agrofert, Zbynek Prusa.
Babis, der laut dem "Forbes"-Magazin der sechstreichste Tscheche ist, war von 2017 bis 2021 Ministerpräsident des Landes. Während dieser Zeit hatte er sein Vermögen, darunter das Unternehmenskonglomerat Agrofert und dessen Mediengeschäft, bereits in zwei Treuhandfonds angelegt. Im Februar 2017 war er durch ein Anti-Korruptionsgesetz mit dem Namen "Lex Babis" dazu gezwungen worden. Aus öffentlich zugänglichen Dokumenten ging jedoch hervor, dass er immer noch wirtschaftlicher Eigentümer der Gruppe ist.
Im vergangenen Juni hatte das tschechische Parlament eine Verschärfung des Gesetzes auf den Weg gebracht, die Politikern den Besitz von Medienkonzernen praktisch unmöglich macht. Die Gesetzesänderung soll zu Beginn des kommenden Jahres in Kraft treten.
Immer wieder kämpft der 68-jährige Babis mit Problemen im Zusammenhang mit seiner Doppelrolle als Spitzenpolitiker und Unternehmer. Er stand etwa wegen Subventionsbetrugs mit EU-Geldern vor Gericht - wurde im Januar jedoch freigesprochen. Im Januar kandidierte der umstrittene Milliardär bei der Präsidentschaftswahl in Tschechien, verlor aber klar gegen den ehemaligen Nato-General Petr Pavel.
L.Durand--AMWN