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Weiter keine Weihe von Diakoninnen: Kritik aus Deutschland an Weltsynode im Vatikan
Die Katholische Kirche hat bei ihrer Weltsynode im Vatikan eine mögliche Entscheidung über die Weihe von Frauen zu Diakoninnen vertagt. "Die Frage des Zugangs von Frauen zum Amt der Diakonin bleibt offen," heißt es in dem am Samstag veröffentlichten Abschlussdokument der Generalversammlung der Bischofssynode unter Verweis auf noch erforderliche weitere Prüfungen. Vertreter der katholischen Kirche in Deutschland zogen ein gemischtes Fazit der Synode.
"Viele Türen sind am Ende dieser Synode offen", hieß es in der am Sonntag in Bonn veröffentlichten Erklärung der deutschen Bischofskonferenz zu den Ergebnissen der einmonatigen Kirchenversammlung in Rom. "Offene Türen laden dazu ein, hindurchzugehen", ergänzten die deutschen Bischöfe darin aber mit mahnendem Unterton.
Die deutsche Laiengläubigenbewegung Wir sind Kirche übte scharfe Kritik. Die weiter "ungelöste 'Frauenfrage'" zeige "das Machtproblem der Männerkirche", erklärte die Organisation in München.
Die Generalversammlung der Bischofssynode hatte bis Samstag einen Monat im Vatikan hinter verschlossenen Türen über Reformen in der Katholischen Kirche beraten. An der Versammlung nahmen insgesamt 368 Bischöfe, andere Geistliche sowie Laien - darunter Frauen - aus rund hundert Ländern teil.
Für Vertreter der katholischen Kirche in Deutschland spielte die Frage der Weihe von Frauen zu Diakoninnen bei der Synode eine zentrale Rolle. Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Limburgs Bischof Georg Bätzing, etwa hatte entsprechende Forderungen zuvor erneut bekräftigt und die "massiven Stärkung" der Stellung von Frauen in der Kirche angemahnt.
Zwischen der deutschen Bischofskonferenz und dem Vatikan gibt es bereits seit längerem Spannungen mit Blick auf Reformvorhaben, die innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland in einem Format namens synodaler Weg vorangetrieben werden. Auch die deutschen Bischöfe sind aber nicht einig.
Der Augsburger Bischof Bertram Meier, wie Bätzing Mitglied der Delegation der deutschen Bischöfe bei der Weltsynode, bezeichnete die Ergebnisse der Versammlung als "Silberstreif am Horizont". Er erklärte nach Angaben der Bischofskonferenz zugleich, es blieben "noch anspruchsvolle Hausaufgaben für die Zukunft: die Rolle der Frauen in der Kirche, der Wunsch nach Dezentralisierung, der Status der Bischofskonferenzen und anderes mehr".
Bätzing selbst erklärte, die Weltsynode habe "zwar zaghaft", aber nach seiner Meinung "doch unumkehrbar" Elemente einer "künftigen Synodalität" in der katholischen Kirche beschrieben. "Nun wird es erforderlich sein, solche Empfehlungen auch kirchenrechtlich verbindlich zu fassen, damit sie sich nicht wieder schnell verlieren", erklärte Bätzing dazu weiter.
Die Laienbewegung Wir sind Kirche forderte dagegen "echte und konkrete Synodalität auf allen kirchlichen Ebenen" und zog nach eigenen Angaben "ein gemischtes Fazit" der Weltsynode. Insbesondere sei es auch weiterhin "nicht gelungen, den eindeutigen Widerspruch zwischen der urchristlichen Botschaft von der Gleichheit aller Gläubigen (...) und der jetzigen dogmatisch verfestigten kirchlichen Machtstruktur aufzulösen". Dies zeige sich "insbesondere" am Ausschluss von Frauen von sämtlichen Weiheämtern.
Ähnlich äußerte sich das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Es sei "eine Enttäuschung, dass sich der große Anspruch, die Kirche wolle zuhören lernen, an dieser Stelle als Leerformel erweist", erklärte deren Präsidentin Irme Stetter-Karp am Sonntag in Berlin mit Blick auf einen fehlenden Synodalbeschluss zur Weihe von Diakoninnen. "Es ist offenbar kein ausreichender Wille da, die offene Diskriminierung zu beenden."
Die Weltsynode ist ein beratendes Organ des Papstes, sie tagte bereits im vergangenen Jahr einmal. Zuvor hatten auf Initiative von Papst Franziskus drei Jahre lang weltweite Konsultationen über die Herausforderungen der katholischen Kirche stattgefunden, die sich in vielen Ländern in einer Krise befindet und erheblich an Mitgliedern verliert. Große Durchbrüche sind in nächster Zeit nicht zu erwarten. Die heikelsten Fragen wurden Arbeitsgruppen anvertraut, die ihre Ergebnisse erst 2025 vorlegen werden.
In dem von Papst Franziskus gebilligten Abschlussdokument der Synode wird eingeräumt, dass Frauen in der Kirche weiterhin auf "Hindernisse für eine umfänglichere Anerkennung" stießen. Zugleich heißt es darin auch, es gebe "keinen Grund", warum Frauen nicht "führende Rollen in der Kirche" übernehmen sollten. Welche dies sein könnten, wird nicht konkretisiert.
M.Fischer--AMWN