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Tausende demonstrieren nach Einsturz von Bahnhofsvordach in Serbien
Vier Tage nach dem tödlichen Einsturz eines Bahnhofvordachs im serbischen Novi Sad haben erneut mehrere tausend Menschen demonstriert und die Bestrafung der Verantwortlichen gefordert. "Gefängnis!" und "Verhaftet die Verbrecher!", stand auf Schildern von Protestierenden zu lesen, die sich am Dienstagabend in der zweitgrößten Stadt des Landes versammelten. Viele hatten ihre Hände mit roter Farbe bemalt. Zu Beginn des Protests gedachten die Menschen der 14 Todesopfer, unter denen auch Kinder waren.
Sie demonstriere, weil ein sechsjähriges Mädchen niemals seinen siebten Geburtstag werde feiern können, sagte Maja Geldic der Nachrichtenagentur AFP mit Blick auf eines der Opfer. "Korruption tötet", fügte eine weitere Demonstrantin hinzu.
Bereits am Sonntag hatten hunderte Menschen gegen die Nachlässigkeit der Behörden demonstriert, die ihrer Ansicht nach zu dem Einsturz des Bahnhofsvordachs führte. Sie hatten auch den Rücktritt von Verkehrsminister Goran Vesic gefordert, den dieser daraufhin am Dienstag vollzog. Er betonte jedoch, dass dies kein Schuldeingeständnis sei. Er gehe diesen Schritt lediglich als "verantwortungsvoller Mann, der mit seinem persönlichen Beispiel zeigen will, dass es in Serbien heute ein moralisches Verantwortungsgefühl" gebe, sagte Vesic.
Nach dem Unglück zählte der Ex-Minister nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft von Novi Sad zu den Menschen, die zu dem Vorfall befragt wurden. Demnach wurden im Laufe der Ermittlungen bisher insgesamt 48 Menschen befragt.
Das Unglück hatte sich aus bisher unbekannten Gründen am Freitagmorgen am Hauptbahnhof von Novi Sad im Norden des Landes ereignet. Unter dem Bahnhofsvordach halten sich gewöhnlich zahlreiche Pendler auf, während sie auf ihren Zug warten.
Unter den Verletzten waren drei Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren. Sie befanden sich am Dienstag aufgrund schwerer Verletzungen immer noch in einem lebensbedrohlichen Zustand.
Der Hauptbahnhof der zweitgrößten Stadt Serbiens war erst im Juli nach dreijährigen Renovierungsarbeiten wieder voll in Betrieb gegangen. An einigen Teilen wird immer noch gearbeitet. Die serbische Eisenbahngesellschaft erklärte, dass das eingestürzte Außendach nicht Teil der Renovierungsarbeiten gewesen sei.
A.Jones--AMWN