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Tödliche Autoattacke im Wahn: Münchner Gericht schickt Mann in Psychiatrie
Wegen einer tödlichen Autoattacke auf einen Passanten ist ein unter Wahnvorstellungen leidender Mann in München in eine Psychiatrie eingewiesen worden. Das entschied das Landgericht II der bayerischen Hauptstadt nach Angaben eines Sprechers am Dienstag. Der Beschuldigte hatte demnach im Juli vergangenen Jahres in Olching einen 57-jährigen Mann mit einem Auto gerammt und tödlich verletzt, weil er ihn für einen Teufel hielt.
Die Tat ereignete sich in einer Sackgasse hinter einem Supermarkt, der 57-Jährige war ein Zufallsopfer und dem Beschuldigten völlig unbekannt. Dieser leidet laut Gericht seit 25 Jahren an paranoider Schizophrenie. Zur Tatzeit verschlechterte sich sein Zustand akut, er nahm damals keine Medikamente. Unterwegs war er ziellos im Auto seines Bruders.
Nach der Attacke kaufte sich der Beschuldigte nach Feststellungen der Kammer ein Bier in dem nahegelegenenen Supermarkt und beobachte die Wiederbelebungsversuche an dem 57-Jährigen krankheitsbedingt äußerlich unbeteiligt. Der Vorsitzende Richter sprach am Dienstag nach Angaben des Gerichtssprechers von einer Tat, welche die Angehörigen des Getöteten und die Kammer durch ihre "objektive Sinnlosigkeit" ratlos zurücklasse.
Verhandelt wurde in einem sogenannten Sicherungsverfahren, laut Gericht war die Steuerungsfähigkeit des 33-Jährigen aufgrund seiner Erkrankung zur Tatzeit aufgehoben. Er sei schuldunfähig und könne nicht bestraft werden, obwohl es sich in rechtlichem Sinne unter anderem um Totschlag gehandelt habe. Stattdessen erfolgte eine prinzipiell unbefristete Unterbringung in einer Psychiatrie. Das Urteil ist rechtskräftig.
J.Williams--AMWN