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Papst Leo XIV. feiert Messe in Sagrada Família und weiht Jesus-Christus-Turm
Im Rahmen seines Besuchs in Spanien hat Papst Leo XIV. am Mittwoch eine Messe in der Basilika Sagrada Família in Barcelona gefeiert und den 172,5 Meter hohen Jesus-Christus-Turm geweiht. Dem rund 90 Minuten dauernden Gottesdienst in der weltberühmten Kirche wohnten am Abend unter anderem König Felipe VI., Königin Letizia und der spanische Regierungschef Pedro Sánchez bei. In seiner Messe betonte der Papst die Unvereinbarkeit von Krieg und christlichem Glauben.
"Wir können nicht an Jesus glauben und gleichzeitig den Krieg fördern", sagte der Papst in einer kaum verhohlenen Anspielung auf die US-Regierung von Präsident Donald Trump. "Wir können nicht an Jesus glauben und Unschuldige töten." In seiner Messe in der Basilika schien er außerdem auf Migration anzuspielen, als er sagte, Christen könnte nicht "jene im Stich lassen, die vor Elend fliehen".
Der aus den USA stammende Pontifex hatte in der Vergangenheit wiederholt den Krieg der USA und Israels gegen den Iran kritisiert und sich für einen respektvollen Umgang mit Migranten ausgesprochen. Trump hatte zuletzt wütend auf Friedensaufrufe des Kirchenoberhauptes reagiert und ihm mit Blick auf den Iran vorgeworfen, sich mit einem Land gemein zu machen, "das eine Atomwaffe will".
Der Pontifex war bei seiner Ankunft an der Basilika in Barcelona von einer riesigen Menschenmenge empfangen worden. Der Papst betete zunächst in der Krypta am Grab ihres Architekten Antoni Gaudí. Anschließend leitete Leo in der Sagrada Família die Messe zum 100. Todestag Gaudís. Bei dem Gottesdienst trat ein Chor mit 600 Sängerinnen und Sängern auf. Der Papst hielt seine Predigt auf Spanisch, Katalanisch und Latein.
Anschließend weihte der Pontifex den in diesem Jahr fertiggestellten Jesus-Christus-Turm, der die noch unvollendete Basilika zur höchsten Kirche der Welt macht. Der Papst blickte zu dem Turm hinauf, ehe er Weihwasser in seine Richtung sprengte. Die Menschenmenge reagierte mit Applaus und Jubelrufen. "Dieses Kreuz leuchtet am Tag, indem es das Sonnenlicht reflektiert, und es leuchtet in der Nacht, indem es die Stadt wie ein Leuchtturm über dem Mittelmeer erhellt", sagte der Papst mit Blick auf den Turm in seiner Predigt.
Zum Abschluss der Zeremonie erhellten ein Feuerwerk und eine Lichtshow die Außenfassade des unvollendeten Gotteshauses. Im vergangenen Jahr besuchten fast fünf Millionen Menschen die Kirche, die damit das meistbesuchte kostenpflichtige Monument Spaniens ist.
Gaudí war ein tief gläubiger Katholik und ist in der Krypta der Sagrada Família beigesetzt. Der Architekt starb am 10. Juni 1926 an den Folgen eines Unfalls. Er war in Barcelona von einer Straßenbahn erfasst worden - als er zum Beten in eine Kirche gehen wollte.
Im April 2025 erkannte der Vatikan Gaudí als "ehrwürdigen Diener Gottes" an. Dies ist eine Vorstufe zur Seligsprechung. Derzeit prüft eine Vatikan-Kommission eine Kindesheilung als mögliches Wunder - denn ein Wunder ist eine notwendige Voraussetzung für eine Seligsprechung.
Vor der Messe in der Sagrada Família hatte der Pontifex ein Gefängnis und ein Kloster außerhalb der katalanischen Metropole besucht. In der Strafvollzugsanstalt Brians 1 rund 40 Kilometer entfernt von Barcelona traf er mit Häftlingen zusammen.
Danach reiste das katholische Kirchenoberhaupt mit dem Hubschrauber zur ebenfalls berühmten Benediktinerabtei Montserrat in der gleichnamigen Gebirgskette weiter. Nachdem er in dem Kloster gebetet hatte, sprach Leo von einem Balkon zu den versammelten Gläubigen. Dabei redete er sowohl in Spanisch als auch Katalanisch. Spanien sei ein Land "voller Glauben und Liebe", sagte der Papst.
Der aus den USA stammende Papst hatte seinen einwöchigen Spanien-Besuch am Samstag begonnen. Vor 1,5 Millionen Menschen zelebrierte er am Sonntag eine Freiluftmesse in der Hauptstadt Madrid, am Montag hielt er als erster Papst der Geschichte eine Rede vor dem spanischen Parlament. Nach seinem Aufenthalt in Barcelona will das Oberhaupt der Katholiken am Donnerstag und Freitag die Kanarischen Inseln besuchen, wo er unter anderem Flüchtlinge treffen will.
O.M.Souza--AMWN