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Wer immer funktioniert, muss nicht noch besser werden
Beeren statt Wildschwein: Asterix und Obelix legen sich mit Achtsamkeits-Guru an
Asterix und Obelix haben schon viele Abenteuer erlebt, aber den Wildschweinbraten wollte ihnen bislang noch niemand ausreden. Im neuesten Band sehen sie sich nun mit einem ungewohnten Feind konfrontiert: Visusversus, ein Achtsamkeits-Guru und Weltverbesserer, bringt Unruhe in das gallische Dorf. Der am Montag vorgestellte neue Asterix-Band "Die weiße Iris" erscheint am 26. Oktober in 20 Sprachen und einer Auflage von fünf Millionen Exemplaren.
Es ist die 40. Folge des Erfolgscomics und der erste Band, der von dem Duo Fabrice Caro (Fabcaro) als Autor und Didier Conrad als Zeichner gemeinsam gestaltet wurde.
Visusversus ist eigentlich Heeres-Arzt des römischen Kaisers Cäsar und soll dessen unmotivierte Soldaten auf Vordermann bringen. Seine Lehren zur Selbstoptimierung fallen auch bei einigen Galliern auf fruchtbaren Boden - aber längst nicht bei allen.
"Die wollen uns das Wildschwein vergällen", stöhnt Obelix, denn der Guru pflegt nicht nur eine blumige Sprache, sondern verbreitet auch für Obelix höchst unangenehme Empfehlungen: weniger Wildschwein, mehr Sport, diskutieren statt prügeln. Ausgerechnet Fischhändler Verleihnix empfiehlt Obelix plötzlich "fünf Beeren und Gemüsesorten am Tag".
Für die Figur des Visusversus habe er sich von dem französischen Philosophen Bernard-Henri Lévy und dessen wallender Haarmähne inspirieren lassen, sagte Conrad. Es sollte eine Figur sein, "die eine intellektuelle Aura hat und flamboyant ist". "Er hat Charme, aber er manipuliert die Menschen", so beschrieb Texter Fabcaro den "Fiesling".
Zu den Menschen, die dem Guru auf den Leim gehen, zählt die Häuptlingsgattin Gutemine, was ihr und Majestix eine ordentliche Ehekrise beschert. "Ich bin selbst Teil eines alten Pärchens, da habe ich mich gleich wiedergefunden", sagte Conrad.
Für den französischen, in Texas lebenden Zeichner ist es bereits der sechste Band, den er gestaltet. Für Fabcaro ist es der erste. Er löst den bisherigen Autor Jean-Yves Ferri ab, der seit 2013 für die Texte verantwortlich war. Die eigentlichen Väter der gallischen Helden sind die inzwischen verstorbenen René Goscinny und Albert Uderzo.
Fabcaro hatte den Fans zugesagt, den Figuren treu zu bleiben. "Ich bin mit Asterix aufgewachsen", sagte der 50-Jährige. Er möge am liebsten die Folgen, die im gallischen Heimatdorf von Asterix und Obelix spielen: "Da kommen die starken Charaktere so wunderbar heraus."
Der 39. Band "Asterix und der Greif" hatte sich 2021 in Frankreich innerhalb von zwei Monaten 1,5 Millionen Mal verkauft. Es war der letzte Band, den Uderzo zumindest noch in seinen Anfängen begleitet hatte. Der Zeichner starb 2020 im Alter von 92 Jahren. "Asterix" ist der erfolgreichste französische Comic und wurde in mehr als 110 Sprachen und Dialekte übersetzt.
P.Mathewson--AMWN