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Geschworene sprechen US-Rapper Combs teilweise schuldig
Im New Yorker Prozess gegen US-Rapper Sean "Diddy" Combs haben die Geschworenen den Musiker in zwei von fünf Anklagepunkten schuldig gesprochen. Sie verurteilten Combs am Mittwoch, zwei Frauen der Prostitution zugeführt zu haben. In den wichtigsten Anklagepunkten sprachen die Geschworenen den 55-Jährigen dagegen frei. Ihm droht nun eine mehrjährige Haftstrafe. Das Strafmaß wird zu einem späteren Zeitpunkt verkündet.
Combs zeigte sich erleichtert über das Urteil. Er schüttelte einem seiner Anwälte die Hände und formte mit den Lippen ein "Danke" in Richtung der zwölf Geschworenen. Während die acht Männer und vier Frauen das Urteil verkündeten, hatte er den Kopf geneigt und die Hände wie zum Gebet gefaltet.
Die Jury verurteilte Combs nach 13-stündigen Beratungen, seine Ex-Freundin Casandra "Cassie" Ventura sowie eine andere Klägerin zur Prostitution genötigt zu haben. Darauf stehen jeweils bis zu zehn Jahre Haft, zusammen also maximal 20. US-Medien zitierten allerdings aus einem Brief der Staatsanwaltschaft an das Gericht, in dem nur von einer vier- bis fünfjährigen Strafe die Rede ist.
Die Anklage hatte dem Rapper vorgeworfen, Frauen mit Drohungen und Gewalt zur Teilnahme an Drogen- und Sex-Partys gezwungen zu haben. Im Hauptanklagepunkt - der Bildung einer kriminellen Vereinigung - sprachen die Geschworenen den Musiker frei. Für dieses Vergehen drohte Combs lebenslange Haft. Auch in zwei weiteren Anklagepunkten zu "sexuellem Menschenhandel" lautete das Urteil: "unschuldig".
Combs Anwälte wollten nach dem Teilfreispruch beantragen, ihn vorläufig unter Zahlung einer Kaution auf freien Fuß zu setzen. Der Rapper hatte die vergangenen Monate in einem berüchtigten Gefängnis in Brooklyn verbracht.
Der unter den Künstlernamen Puff Daddy, P. Diddy und Diddy bekannte Combs war in den 90er Jahren einer der erfolgreichsten Rap-Musiker der Welt. Drei Mal gewann er den Grammy, daneben war er als Musikproduzent und Geschäftsmann erfolgreich.
Das Verfahren hatte vor knapp zwei Monaten unter großem Medienecho begonnen. Combs wies dabei alle Vorwürfe zurück. Sein Verteidiger Marc Agnifilo hatte den Klägerinnen am Freitag in seinem Schlussplädoyer vorgeworfen, es gehe ihnen nicht um Gerechtigkeit, sondern um Geld.
Als Hauptzeugin in dem Verfahren sagte Combs' Ex-Freundin Ventura aus. Die Sängerin hatte den Musiker und Produzenten bereits 2023 wegen jahrelanger Misshandlungen und Vergewaltigung verklagt. Beide einigten sich kurz darauf auf einen außergerichtlichen Vergleich, Ventura bekam 20 Millionen Dollar (17 Millionen Euro) zugesprochen.
In dem Prozess sagten Ventura und die zweite Klägerin unter dem Pseudonym "Jane" aus, wie Combs sie mit Drohungen zu tagelangem Sex gezwungen habe - teilweise auch mit männlichen Prostituierten. Die Verteidigung argumentierte, alle diese Sexualkontakte seien einvernehmlich gewesen.
Staatsanwältin Christy Slavik hatte dagegen vergangene Woche in ihrem Schlussplädoyer gesagt, Combs habe "Macht, Gewalt und Angst genutzt, um zu bekommen, was er wollte". Zudem habe er seine Leibwächter und andere Mitarbeiter seiner Produktionsfirma zu Straftaten angeleitet und damit eine "kriminelle Vereinigung" gebildet.
Combs droht weiterer Ärger mit der Justiz: Vergangene Woche reichten drei weitere mutmaßliche Opfer Klage gegen den Rapper ein. Eine Frau und zwei Männer machen dem Musiker ähnliche Vorwürfe, wie sie nun in New York verhandelt wurden.
M.Fischer--AMWN