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Trotz Krebs will sich Gottschalk am Samstag vom Fernsehpublikum verabschieden
Thomas Gottschalk will auch nach Bekanntwerden seiner Krebsdiagnose noch einmal auf die große Fernsehbühne: Gottschalk werde Samstagabend wie geplant und "auf ausdrücklichen Wunsch" an der Show "Denn sie wissen nicht, was passiert" teilnehmen, teilte der Sender RTL am Montag mit. Die 75-Jährige Showmaster-Legende hatte in der "Bild"-Zeitung seine Krebs-Erkrankung öffentlich gemacht. "Mein Krebs gilt leider als besonders aggressiv", sagte er dem Blatt.
Bei der Bambi-Verleihung und beim österreichischen Medienpreis Romy machte Gottschalk zuletzt einen verwirrten Eindruck, was Diskussionen über seine Geisteskraft auslöste. Gottschalk erklärte die misslungenen Auftritte nun mit den starken Schmerzmitteln - darunter Opiate - die er wegen seiner Krebserkrankung nehmen muss.
Gottschalk wurde durch die ZDF-Show "Wetten, dass..?" zum erfolgreichsten deutschen Fernsehmoderator. Nach dem Aus der Show trat er in verschiedenen Formaten auf. Dazu zählte auch "Denn sie wissen nicht, was passiert", wo er zusammen mit Günther Jauch und Barbara Schöneberger seit 2018 bei RTL ein Team bildet.
Gottschalk hatte schon im Mai angekündigt, sich dort am Nikolaustag von der Samstagabendunterhaltung zu verabschieden. Trotz seiner schweren Erkrankung hält er daran fest, wie RTL mitteilte. Die Sendung solle allerdings nicht live, sondern zeitversetzt ausgestrahlt werden - dies eröffnet die Möglichkeit, Teile aus der Show zu schneiden.
Gottschalk hatte die Krebserkrankung öffentlich gemacht, nachdem er zuletzt bei der Bambi-Verleihung und auch bei der Verleihung des Medienpreises Romy angeschlagen wirkte. Er habe wegen eines seltenen, bösartigen Tumors bereits zwei Mal jeweils über viele Stunden operiert werden müssen, sagte er der "Bild"-Zeitung. Dem Bericht zufolge handelt es sich bei Gottschalks Krebs um ein Epitheloides Angiosarkom. Dies sei ein seltener, bösartiger Tumor, der von den Zellen der Blutgefäße ausgehe.
Nach dem vierzehntägigen Krankenhausaufenthalt gönnte sich Gottschalk demnach keine Ruhe, nahm Mitte November an der Bambi-Verleihung teil und irritierte dort bei einer Preisverleihung an US-Superstar Cher mit verschiedenen Aussagen. Im Nachhinein sei ihm klar geworden, dass die starken Schmerzmittel, die er auf Anweisung der Ärzte nehmen musste, Grund für seine Verwirrung waren, sagte Gottschalk der "Bild". Dennoch trat er am vergangenen Freitag auch bei der Romy-Verleihung auf und sorgte erneut für Spott und Häme.
"Das war für mich die Hölle, weil ich ja die Wahrheit kenne", sagte Gottschalks Frau Karina der "Bild". "Am liebsten hätte ich jeden angeschrieben: Nein, es geht uns nicht gut. Vor allem Thomas geht es nicht gut. Er ist schwer krank". Sie dürfe den Gedanken gar nicht zulassen, wie schlecht die Heilungschancen bei dieser Krankheit seien, so Gottschalks Ehefrau.
Im Internet wurden nach dem Bekanntwerden der Krankheit zahlreiche Genesungswünsche veröffentlicht, von Fans aber auch etwa von Politikern. So schrieb Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) auf X, sie wünsche Thomas Gottschalk und seiner Familie von Herzen alles Gute und vor allem Kraft und Zuversicht im Kampf gegen den Krebs. Schwesig war 2019 selbst an Brustkrebs erkrankt.
Der frühere Verteidigungsminister und CSU-Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg veröffentlichte neben guten Wünschen auch Kritik am Umgang mit Gottschalk. Seine Causa lege offen, wie sehr die Tugenden Maß und Milde unter Druck geraten seien, schrieb er im Onlinedienst Linkedin. Zuerst habe es Häme über die jüngsten Auftritte von Gottschalk gegeben, jetzt gebe es eine "Hashtag-Reue" nach der Krebsdiagnose.
Der wie Gottschalk aus Franken stammende Guttenberg schrieb in dem Beitrag, Gottschalk sei sein Freund. Gottschalks viel diskutierter Auftritt bei der Bambi-Verleihung verrate viel über eine Republik, die vergessen habe, etwas auszuhalten, ohne sofort zu richten.
"Maß bedeutet, einen misslungenen Auftritt einzuordnen - als Patzer, nicht als Untergang", schrieb Guttenberg. "Milde bedeutet, die Möglichkeit mitzudenken, dass man nicht alle Umstände kennt: Krankheit und biographische Brüche, die gerade nicht ins Rampenlicht gehören."
Ch.Kahalev--AMWN