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Kiew erneut Ziel von nächtlichem russischen Drohnenangriff
Die Ukraine ist in der Nacht zum Sonntag erneut Ziel heftiger russischer Luftangriffe mit Kampfdrohnen geworden. Während Kiew nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe einen Großteil der von Russland gestarteten iranischen Schahed-Drohnen abwehren konnte, meldete die ukrainische Armee leichte Geländegewinne im Süden des Landes. Unterdessen zerstörten russische Streitkräfte eigenen Angaben zufolge drei ukrainische Schnellboote im Schwarzen Meer.
Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland insgesamt 33 Schahed-Drohnen in Richtung der ukrainischen Hauptstadt ein, von denen demnach 26 zerstört wurden. Kiew und Umgebung werden immer wieder von der russischen Armee aus der Luft angegriffen, wobei häufig Drohnen eingesetzt werden. Die Stadt bereitet sich laut Bürgermeister Vitali Klitschko auf einen "harten" Winter vor.
Nach Angaben des Kiewer Militärverwaltungschefs Serhij Popko sowie von Klitschko gingen Trümmer abgeschossener Drohnen in den Bezirken Podilsky, Schewtschenkiwsky und Swjatoschynsky nieder. Die meisten Trümmer seien auf offene und unbebaute Flächen gefallen, erklärte Popko. Dennoch seien mehrere Autos, Fahrleitungen von Bussen, Straßen und ein Wohnhaus beschädigt worden. Ukrainische Rettungsdienste veröffentlichten Bilder von Feuerwehrleuten, die in mehreren Bezirken Feuer löschten.
Die ukrainische Armee meldete derweil leichte Geländegewinne im Süden des Landes. "Wir kommen voran! In der Region Tawrija sind die Streitkräfte mehr als einen Kilometer vorgerückt", erklärte der ukrainische General Oleksandr Tarnawskyji in seinem täglichen Lagebericht.
Die Ukraine hatte Anfang Juni eine groß angelegte Gegenoffensive gestartet, um die von Russland besetzten Gebiete zurückzuerobern. Beim Vorrücken gegen die russischen Einheiten stoßen die Streitkräfte aber immer wieder auf Gebiete mit Panzerfallen und Minen. Anfang September erklärte Kiew, eine wichtige russische Verteidigungslinie in der Region Saporischschja im Süden des Landes durchbrochen zu haben.
Russland meldete unterdessen den Abschuss ukrainischer Schnellboote, die auf die annektierte Halbinsel Krim zugesteuert seien. Marineflieger der Schwarzmeerflotte hätten "im westlichen Teil des Schwarzen Meeres drei militärische Schnellboote vom Typ Willard Sea Force aus amerikanischer Produktion" zerstört, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. An Bord der Boote befanden sich demnach ukrainische Soldaten.
Laut Armee wurden zudem acht ukrainische Drohnen über der Krim und eine weitere über der an die Ukraine grenzenden Region Brjansk abgefangen.
Bei einem Raketenangriff im Osten der Ukraine wurden derweil zwei humanitäre Helfer aus Spanien und Kanada getötet. Laut der Organisation Road to Relief, die bei der Evakuierung von Zivilisten aus Frontgebieten hilft, traf ein Geschoss ein Auto, in dem vier Helfer nahe Bachmut unterwegs war. Zwei weitere Helfer aus Deutschland und Schweden wurden demnach schwer verletzt.
G.Stevens--AMWN