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Hardliner gegenüber Peking: Neuer taiwanischer Präsident Lai vereidigt
Vier Monate nach seinem Sieg bei der Präsidentschaftswahl in Taiwan hat Lai Ching-te seinen Amtseid abgelegt. Lai, der Vizepräsident unter der scheidenden Präsidentin Tsai Ing-wen war, wurde am Montag im Präsidialamt in Taipeh vereidigt, wie Videoaufnahmen zeigen. Seine Stellvertreterin Hsiao Bi-khim wurde nach ihm vereidigt. Wie seine Vorgängerin Tsai ist auch Lai ein entschiedener Verfechter der Demokratie auf der Insel.
Mit der Übernahme des 64-Jährigen, der sich als "pragmatischer Verfechter der Unabhängigkeit Taiwans" bezeichnet, dürfte Taipeh allerdings deutlich stärker auf Konfrontationskurs zu Peking gehen. Die chinesische Regierung stuft Lai als "Separatisten" ein, der neue Präsident hat wiederholt eine entschlossene Haltung gegenüber Peking angekündigt.
Lai wird am Montag vor Tausenden Menschen vor dem Präsidialamt eine Antrittsrede halten. Diese könnte Aufschluss darüber geben, wie sich der neue Präsident in den heiklen Beziehungen zu Peking positioniert.
China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll, notfalls mit militärischer Gewalt. Die Drohgebärden der Volksrepublik gegenüber Taiwan haben in den vergangenen Monaten zugenommen.
S.F.Warren--AMWN