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Thüringen: CDU und AfD Kopf an Kopf bei Wahl von Kreistagen und Stadträten
Bei den Kreistags- und Stadtratswahlen in Thüringen haben sich CDU und AfD ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Nach Auszählung von rund 80 Prozent der insgesamt 3047 Stimmbezirke lag die CDU am Montagvormittag mit 27,5 Prozent knapp vorn, wie aus den Daten des Landesamts für Statistik hervorging. Die AfD kam bei der Wahl der Kreistage und Stadträte laut Zwischenergebnis auf 26,5 Prozent und legte im Vergleich zur Abstimmung vor fünf Jahren zu.
Die Auszählung dauerte am Montag noch an, aus zahlreichen Städten fehlten die Ergebnisse noch. In der Landeshauptstadt Erfurt wurden mit der Zählung der Stimmen zur Stadtratswahl beispielsweise erst am Montag begonnen.
Insgesamt waren am Sonntag rund 1,7 Millionen Menschen zur Stimmabgabe bei der Kommunalwahl aufgerufen. Knapp 7500 Sitze in den Thüringer Kommunalparlamenten waren zu vergeben. Gewählt wurden neben Landräten, Oberbürgermeistern und Bürgermeistern Kreistage, Stadt- und Gemeinderäte. Die Kommunalwahl galt auch als Stimmungstest für die Landtagswahl in Thüringen am 1. September.
Bei den Landrats- und Oberbürgermeisterwahlen erreichte in den meisten Fällen kein Bewerber die nötige absolute Mehrheit, weshalb es in zwei Wochen zeitgleich mit der Europawahl zur Stichwahl zwischen den jeweils zwei stärksten Bewerbern kommt.
Nur über einen der 13 zur Wahl stehenden Landratsposten wurde am Sonntag bereits entschieden. Einzig im Landkreis Schmalkalden-Meiningen holte die amtierende SPD-Landrätin Peggy Greiser bereits im ersten Anlauf die absolute Mehrheit.
Bei der Landratswahl im Landkreis Altenburger Land bekam der AfD-Kandidat Heiko Philipp mit 33,0 Prozent zwar die meisten Stimmen. Da er die nötige Mehrheit verpasste, wird es eine Stichwahl mit dem zweitplatzierten CDU-Bewerber Uwe Melzer, der 32,2 Prozent erreichte, geben. Im vergangenen Jahr hatte die AfD in Thüringen den bundesweit ersten und bisher einzigen Landratsposten gewonnen.
In acht weiteren Kreisen lagen die AfD-Bewerber laut vorläufigem End- beziehungsweise Zwischenergebnis an zweiter Stelle, weshalb es auch dort zu Stichwahlen kommt. Im Landkreis Hildburghausen schaffte es der bundesweit bekannte Rechtsextremist und frühere NPD-Funktionär Tommy Frenck in die Stichwahl mit dem Kandidaten der Freien Wähler, Sven Gregor. Frenck wurde wiederholt im Verfassungsschutzbericht erwähnt.
Bei den Oberbürgermeisterwahlen in Weimar und Suhl setzten sich laut vorläufigem Ergebnis die Amtsinhaber Peter Kleine (parteilos) und André Knapp (CDU) durch. In beiden Städten gab es keine AfD-Bewerber. In den drei weiteren kreisfreien Städten Erfurt, Gera und Jena läuft es auf Stichwahlen hinaus.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), das erstmals bei einer Wahl antrat, kam aus dem Stand in vier Kreisen bei den Kreistags- und Stadtratswahlen auf teils zweistellige Ergebnisse. Im Wartburgkreis sowie in den Kreisen Sonneberg, Greiz und Gotha trat das BSW mit eigenen Listen an. Ein vorläufiges Endergebnis gab es zunächst nur im Kreis Greiz, wo das Bündnis 11,1 Prozent erreichte. Das BSW will bei der Landtagswahl im September in das Thüringer Parlament einziehen.
P.Martin--AMWN