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Israel dementiert angeblichen weiteren Angriff auf Zelt-Camp westlich von Rafah
Der palästinensische Zivilschutz im Gazastreifen hat Israel beschuldigt, einen weiteren tödlichen Angriff auf ein Flüchtlingslager nahe der Stadt Rafah geflogen zu haben. Der Zivilschutzbeamte Mohammed al-Mughajjir sagte am Dienstag, bei dem angeblichen Angriff auf "Zelte von Vertriebenen westlich von Rafah" seien mindestens 21 Menschen getötet worden. Die israelische Armee dementierte, den Angriff ausgeführt zu haben.
"Die israelischen Streitkräfte haben das humanitäre Gebiet in Al-Mawasi nicht angegriffen", erklärte die Armee mit Blick auf das von ihr Anfang Mai zur "humanitären Zone" erklärte Küstengebiet. Die Armee hatte zuvor auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP erklärt, sie benötige zunächst den genauen Ort des nach palästinensischen Angaben erfolgten Angriffs.
Wie der palästinensische Zivilschutz hatte auch die islamistische Palästinenserorganisation Hamas zuvor erklärt, bei einem israelischen Angriff in dem Gebiet habe es "dutzende Märtyrer und Verletzte" gegeben.
In der Nacht zum Montag war ein vom UN-Palästinenserhilfswerk (UNRWA) betriebenes Flüchtlingslager in der Nähe von Rafah von einem israelischen Luftangriff getroffen worden. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums wurden dabei 45 Menschen getötet und mehr als 240 weitere verletzt.
Infolge des Beschusses war in dem Lager ein Feuer ausgebrochen, der palästinensische Zivilschutz berichtete von "verkohlten und zerstückelten Leichen". International hatte der Vorfall Entsetzen ausgelöst. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem "tragischen Missgeschick". Die israelische Armee leitete eine Untersuchung ein.
Nach ersten Erkenntnissen der Armee-Ermittlung wurde der Brand durch eine weitere Explosion nach dem israelischen Angriff ausgelöst - und "nicht allein" infolge des Beschusses. "Unsere Munition allein hätte ein Feuer dieses Ausmaßes nicht auslösen können", sagte Armeesprecher Daniel Hagari am Dienstag vor Journalisten.
Der Angriff habe "auf präzisen Geheimdienstinformationen" basiert, fügte Hagari hinzu. Insgesamt seien zwei Ladungen mit 17 Kilogramm "explosivem Material" gezielt auf einen Ort im Nordwesten von Rafah abgeworfen worden, an dem sich zwei hochrangige Hamas-Funktionäre aufgehalten hätten. Das Ziel habe nicht in der Nähe von Zeltunterkünften für vertriebene Zivilisten gelegen. Die Armee prüfe derzeit alle Möglichkeiten, "einschließlich der Option, dass durch den Abwurf in einem Lager neben dem Ziel gelagerte Waffen gezündet wurden".
Israel verortet in der Stadt Rafah an der Grenze zu Ägypten die letzten verbleibenden Hamas-Bataillone im Gazastreifen und bombardiert trotz internationaler Kritik seit Wochen Ziele in der Stadt. Am Dienstag waren israelische Panzer nach Angaben von Augenzeugen ins Zentrum von Rafah vorgerückt.
J.Williams--AMWN