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Israelische Armee greift Viertel in Gaza-Stadt an und erweitert Evakuierungsaufruf
Angesichts verstärkter Angriffe auf mehrere Viertel der Stadt Gaza hat die israelische Armee ihre Aufrufe zur Evakuierung erweitert. Ein Militärsprecher rief die Bewohner der Viertel Sabra, Rimal, Tal Al-Hawa und Al-Daradsch am Montag dazu auf, diese zu verlassen. Angaben der von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Zivilschutzbehörde zufolge wurden in der Stadt dutzende Menschen getötet und verletzt.
Angriffe gab es unter anderem in der Nähe des Sitzes des UN-Flüchtlingshilfswerks UNRWA in Gaza-Stadt. Die Armee erklärte, sie handele"aufgrund von Geheimdiensterkenntnissen, die auf die Anwesenheit von terroristischer Infrastruktur der Hamas und des Islamischen Dschihad schließen" ließen.
Israel hatte dem Palästinenserhilfswerk zu Beginn des Jahres vorgeworfen, dass zwölf UNRWA-Mitarbeiter an dem Angriff der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober beteiligt gewesen sein sollen. Eine Untersuchungskommission hatte jedoch festgestellt, dass Israel dafür keine Beweise vorgelegt habe.
Bewohner, die aus den betroffenen Vierteln in Gaza-Stadt flohen, berichteten von heftigen Kämpfen. Muhammad Bisan sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe eine "unbeschreibliche Nacht" mit Flugzeug- und Artilleriefeuer sowie Drohnenangriffen "aus allen Richtungen" erlebt. "Wir wussten nicht, wo wir hinrennen sollen, nach links oder nach rechts", fügte er hinzu.
Viele der Betroffenen waren bereits aus anderen Orten im Gazastreifen geflohen. "Wo sollen wir hin", fragte Abdullah Khammasch, der seine letzte Bleibe um drei Uhr morgens hatte verlassen müssen, wie er berichtete. "Wir sind weggerannt und haben auf der Straße geschlafen. Menschen haben uns Decken gegeben. Jetzt leben wir wieder in Trümmern."
Die israelische Armee hatte zuvor bereits die Bewohner des Viertels Schudschaija in Gaza-Stadt zur Evakuierung aufgerufen. Dort seien in den vergangenen Wochen mehrere Dutzend "Terroristen eliminiert" worden, hieß es weiter.
Auch in den im südlichen Gazastreifen gelegenen Städten Chan Junis und Rafah wurden Teile der Bevölkerung dazu aufgerufen, die Gebiete zu verlassen. 80 Prozent der 2,4 Millionen Bewohnerinnen und Bewohner des Gazastreifens sind laut Angaben der UNO auf der Flucht.
Israel geht seit dem beispiellosen Angriff der Hamas und weiterer militanter Palästinensergruppen auf Israel massiv militärisch im Gazastreifen vor. Bei dem Angriff am 7. Oktober waren nach israelischen Angaben 1195 Menschen getötet und 251 weitere als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt worden.
Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden seit dem Ausbruch des Krieges im Gazastreifen mehr als 38.190 Menschen getötet.
Y.Aukaiv--AMWN