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Selenskyj für Teilnahme russischer Vertreter an zweitem Ukraine-Friedensgipfel
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich für eine Teilnahme Russlands an einer zweiten Ukraine-Friedenskonferenz ausgesprochen. "Ich glaube, dass russische Vertreter an dem zweiten Gipfel teilnehmen sollten", sagte Selenskyj am Montag auf einer Pressekonferenz in Kiew. Mit Blick auf eine mögliche zweite Amtszeit von EX-US-Präsident Donald Trump erklärte Selenskyj, er mache sich "keine Sorgen".
Es ist das erste Mal, dass Selenskyj Gespräche mit Russland in Erwägung zieht, ohne zuvor auf einen Rückzug russischer Truppen aus der Ukraine zu bestehen. Der Präsident kündigte zudem Treffen zu wichtigen Themen wie Energie- und Ernährungssicherheit in Katar und der Türkei an, die im Vorfeld eines zweiten Gipfels abgehalten werden sollen.
Gleichzeitig bekräftigte Selenskyj, dass die Ukraine nicht vom Westen unter Druck gesetzt werde, Verhandlungen mit Russland aufzunehmen. Die militärische oder finanzielle Unterstützung des Westens werde nicht von Gesprächen mit dem Kreml abhängig gemacht, betonte er vor Journalisten.
Bei einem ersten Gipfel in der Schweiz im vergangenen Monat hatten mehr als 90 Länder Grundlinien für mögliche Friedensgespräche zwischen Kiew und Moskau aufgezeigt. Selenskyj hatte Kreml-Chef Wladimir Putin vorgeworfen, das Treffen "zum Scheitern" bringen zu wollen. Der Kreml erklärte hingegen, dass jegliche Gespräche über ein Ende des Konflikts ohne Russland "absurd" seien.
Seitdem verkündet der ukrainische Präsident, er wolle im November einen "Plan" für einen "gerechten Frieden" vorlegen. "Ich habe mir zum Ziel gesetzt, dass wir im November einen vollständig vorbereiteten Plan haben", um einen zweiten Gipfel abhalten zu können, sagte Selenskyj am Montag.
Indes scheinen die Bedingungen für einen Frieden mehr als zwei Jahre nach Kriegsbeginn unvereinbar. Putin fordert für einen Stopp der russischen Offensive, dass die Ukraine sich aus den vier von Russland besetzten Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja zurückzieht und auf eine Nato-Mitgliedschaft verzichtet. Die Ukraine und ihre westlichen Verbündeten lehnen dies ab.
Die Ukraine fordert ihrerseits, die Kontrolle über alle von Russland besetzten Gebiete wiederzuerlangen, einschließlich der seit 2014 von Moskau annektierten Halbinsel Krim.
Zu Beginn des Parteitags der Republikaner in den USA, bei dem Trump offiziell zum Präsidentschaftskandidaten gekürt werden soll, erklärte Selenskyj, er fürchte eine Wiederwahl Trumps nicht. "Ich denke, wenn Donald Trump Präsident wird, werden wir zusammenarbeiten. Ich mache mir darüber keine Sorgen", sagte Selenskyj.
Ein Sieg Trumps bei der Präsidentschaftswahl im November könnte Washingtons Unterstützung für die Ukraine infrage stellen. Der Rechtspopulist hat angedeutet, dass er im Falle eines Wahlsiegs den Krieg sehr schnell beenden würde. Das könnte bedeuten, dass Kiew aus einer geschwächten Position zu Verhandlungen mit Moskau gezwungen sein würde.
Selenskyj berichtete von seiner jüngsten Reise zum Nato-Gipfel nach Washington, bei der er auch Gouverneure von Trumps Republikanischer Partei getroffen hatte. "Die Mehrheit der Republikanischen Partei unterstützt die Ukraine und das ukrainische Volk", sagte Selenskyj.
P.Santos--AMWN