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Separatisten töten bei Angriffen in pakistanischer Provinz Dutzende Menschen
In Pakistan haben bewaffnete Separatisten laut Behörden Dutzende Menschen getötet. Wie ein Sprecher der Provinz Belutschistan am Montag sagte, wurden bei "mehreren koordinierten Angriffen" der "Terroristen" der Befreiungsarmee von Belutschistan (BLA) mindestens 39 Menschen getötet. Die Behörden berichteten von mindestens drei Angriffen in drei Bezirken der von Kämpfen zwischen Milizen und Sicherheitskräften geprägten Provinz im Südwesten des Landes.
Die BLA erklärte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP verantwortlich für nächtliche Angriffe auf "Schnellstraßen in Belutschistan". Dabei seien ausschließlich Vertreter der Sicherheitskräfte angegriffen worden.
Bei einem der Angriffe im Distrikt Musakhail hielten mehr als 30 Bewaffnete 22 Busse, Lastwagen und Kleinbusse auf einer Schnellstraße an, die Belutschistan mit der Provinz Punjab verbindet, wie ein hochrangiger Beamter mitteilte. In beide Richtungen fahrende Fahrzeuge seien von den Bewaffneten untersucht, Menschen aus Punjab identifiziert und erschossen worden, erläuterte Kakar. 23 Menschen seien getötet worden.
Im Distrikt Bolan sprengten Milizen laut einem hochrangigen Beamten eine Eisenbahnbrücke, die Belutschistan mit Punjab und Sindh verbindet. In der Umgebung der Brücke wurden demnach sechs Leichen geborgen.
Im Distrikt Kalat wurden einem Behördensprecher zufolge mindestens zehn Menschen getötet, darunter vier Mitglieder einer paramilitärischen Einheit und ein Polizist. Ein Angehöriger der paramilitärischen Gruppe Levies, die die Polizei unterstützt, berichtete, Bewaffnete hätten ein Hotel gestürmt und einen älteren Mann angegriffen, der Verbindungen zu Sicherheitskräften gehabt haben soll.
Die Provinz Belutschistan liegt im Südwesten Pakistans an der Grenze zu Afghanistan und dem Iran und ist die instabilste Provinz des Landes. In ihr kämpfen seit Jahrzehnten Separatistengruppen gegen die Sicherheitskräfte. Auch Islamistengruppen wie die pakistanischen Taliban sind dort aktiv.
Die BLA ist die aktivste bewaffnete Separatistenbewegung in der rohstoffreichen Region. Die Miliz verstärkte in den vergangenen Jahren ihre Angriffe auf Pakistaner aus benachbarten Provinzen, die in Belutschistan arbeiten - sowie auf ausländische Energiefirmen, denen sie vorwirft, die Ressourcen auszubeuten. Immer wieder werden dabei Punjabis angegriffen. Die bevölkerungsstärkste ethnische Gruppe in Pakistan dominiert nach Auffassung der BLA auch das Militär, das die Miliz bekämpft.
In Belutschistan wurden dem Pakistanischen Institut für Konflikt- und Sicherheitsstudien zufolge im vergangenen Jahr 151 Zivilisten und 114 Vertreter der Sicherheitskräfte bei Milizenangriffen getötet. Die Angriffe bewaffneter Gruppen in Pakistan sind seit der erneuten Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 im angrenzenden Afghanistan häufiger geworden.
P.Martin--AMWN