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Huthi-Miliz feuert Rakete auf Israel ab - Hisbollah warnt vor Krieg
Fast ein Jahr nach dem Beginn des Kriegs zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen droht erneut eine Eskalation der Spannungen in der Region. Am Sonntag feuerte die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz aus dem Jemen eine Rakete auf Zentralisrael ab, woraufhin der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit Vergeltung drohte. Auch zwischen Israel und der ebenfalls vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon wurde der Ton am Wochenende schärfer.
Die israelische Armee erklärte am Sonntagmorgen, ein Geschoss aus dem Jemen sei im Zentrum Israels in unbewohntem Gebiet heruntergegangen. Die jemenitische Huthi-Miliz reklamierte den Angriff für sich und erklärte, sie habe einen "Militärposten" im Gebiet Jaffa bei Tel Aviv attackiert. Huthi-Sprecher Jahja Saree sagte in einer Video-Botschaft, die Miliz habe eine "neue ballistische Hyperschall-Rakete" eingesetzt.
Alarmiert durch Sirenen suchten die Bewohner im Zentrum Israels eilig Schutzräume auf, wie israelische Medien berichteten. Dabei wurden laut dem israelischen Rettungsdienst Magen David Adom neun Menschen leicht verletzt.
Das israelische Militär teilte mit, eine erste Untersuchung habe ergeben, dass die aus dem Jemen abgefeuerte Rakete wahrscheinlich in der Luft zerbrochen sei.
Der israelische Regierungschef Netanjahu warnte die Huthi-Miliz, sie solle sich des "hohen Preises" für einen solchen Angriff bewusst sein. "Diejenigen, die eine Erinnerung in dieser Angelegenheit benötigen, sind eingeladen, den Hafen von Hodeida zu besuchen", sagte Netanjahu vor einem Kabinettstreffen.
Mitte Juli hatte die Miliz bereits Tel Aviv mit Drohnen angegriffen und dabei einen Zivilisten getötet. Israel flog daraufhin Luftangriffe auf die jemenitische Hafenstadt Hodeida.
Seit November greift die vom Iran unterstützte Miliz immer wieder Handelsschiffe im Roten Meer und im Golf von Aden mit angeblichem Bezug zu Israel an. Nach eigenen Angaben wollen die Huthis damit die radikalislamische Hamas im Gaza-Krieg unterstützen.
Diese lobte am Sonntag den Abschuss der Huthi-Rakete auf Israel. Israel werde keine Sicherheit haben, "bis die brutale Aggression gegen unser Volk im Gazastreifen" beendet sei, erklärte die Hamas.
Der Krieg im Gazastreifen war durch den Großangriff der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober vergangenen Jahres ausgelöst worden, bei dem Kämpfer der Hamas und anderer islamistischer Gruppen nach israelischen Angaben 1205 Menschen getötet und 251 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt hatten.
In Tel Aviv und Jerusalem demonstrierten am Samstag erneut tausende Menschen für ein Abkommen zur Freilassung der verbliebenen im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln. Viele Israelis werfen Netanjahu vor, sich nicht genug für ein solches Abkommen einzusetzen. Netanjahus Büro kündigte am Sonntag an, der Regierungschef werde am 24. September zur Generaldebatte der UN-Vollversammlung nach New York fliegen.
Als Reaktion auf den Hamas-Angriff geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Nach Angaben der Hamas, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden dabei bislang mehr als 41.200 Menschen getötet.
Seit Beginn des Krieges haben auch die Kämpfe zwischen der israelischen Armee und der mit der Hamas verbündeten Hisbollah im Libanon zugenommen. Die Hisbollah-Miliz feuerte israelischen Militärangaben zufolge am Sonntagmorgen rund 40 Geschosse auf die Region Galiläa und die von Israel besetzten Golanhöhen ab.
Die Nummer zwei der vom Iran unterstützten Miliz, Naim Kassem, sagte am Samstag, die Hisbollah habe nicht vor, "in den Krieg zu ziehen". Sollte Israel jedoch einen Krieg anzetteln, "wird es große Verluste auf beiden Seiten geben".
Zuvor hatte der israelische Verteidigungsminister Joav Gallant bekräftigt, sein Land sei fest entschlossen, die Sicherheit im Norden des Landes wiederherzustellen. "Wir bereiten uns auf alles vor, was im Norden passieren könnte", sagte Gallant. Am Sonntag wurden israelische Flugblätter über dem Südlibanon abgeworfen, die die Bewohner zur Evakuierung auffordern. Die israelische Armee sprach von einer nicht genehmigten Aktion eines ihrer Verbände. Gegen die Brigade 769 werde ermittelt.
Unterdessen wurde in der Türkei die im Westjordanland erschossene US-Türkin Aysenur Ezgi Eygi beerdigt. Die 26-jährige Aktivistin war am 6. September bei einer pro-palästinensischen Demonstration im Ort Beita nahe Nablus getötet worden.
D.Cunningha--AMWN