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Blinken und Séjourné rufen in Paris zur Deeskalation im Nahen Osten auf
Bei einem Treffen ranghoher westlicher Diplomaten zur Lage im Nahen Osten in Paris haben US-Außenminister Antony Blinken und sein französischer Amtskollege Stéphane Séjourné alle Parteien zur Deeskalation aufgerufen. "Frankreich und die USA rufen gemeinsam zur Zurückhaltung und zur Deeskalation mit Blick auf den Nahen Osten im Allgemeinen und den Libanon im Besonderen auf", erklärte Blinen am Donnerstag in Paris.
"Wir wollen keine Eskalation von irgendeiner Seite sehen, welche die Situation noch schwieriger macht", fügte der US-Außenminister hinzu. Séjourné betonte seinerseits: "Wir haben uns abgestimmt, um die Botschaften zur Deeskalation weiterzugeben."
Es gebe ein "echtes Problem" in Bezug auf den Norden Israels und den Süden des Libanon, das gelöst werden müsse, erklärte Blinken. Sein französischer Kollege fügte hinzu, der Libanon würde sich "nicht von einem umfassenden Krieg erholen".
Blinken hatte zuvor in Kairo erneut die Wichtigkeit einer Feuerpause bekräftigt. An dem Treffen in Paris nahmen auch Deutschland, Italien und Großbritannien teil.
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) ließ sich aus zeitlichen Gründen von dem Politischen Direktor Günter Sautter bei dem kurzfristig angesetzten Treffen vertreten. Sie hatte zuvor eindringlich alle Seiten vor weiterer Eskalation gewarnt. "Seit Monaten führen wir und alle unsere Partner Gespräche, telefonieren uns die Finger wund, Ringen um die kleinsten Fortschritte Richtung Stabilität", schrieb sie im Onlinedienst X. Schlag und Gegenschlag brächten die Region keinen Millimeter weiter zum Frieden, betonte die Ministerin.
Der italienische Außenminister Antonio Tajani, der zu dem Treffen nach Paris kam, hatte zuvor erklärt, dass die Gruppe über eine Waffenruhe im Gazastreifen und die Lage im Libanon sprechen werde. Auch der Krieg in der Ukraine werde Thema sein.
Blinken sollte im Anschluss mit Präsident Emmanuel Macron zusammentreffen. Später war ein Abendessen der Außenminister der USA, Frankreichs, Großbritanniens und Italiens geplant.
Das Treffen findet vor dem Hintergrund wachsender Furcht vor einer Ausweitung des Krieges im Nahen Osten statt. Die Spannungen nahmen erheblich zu, nachdem bei hunderten Explosionen von Kommunikationsgeräten der Hisbollah-Miliz im Libanon mindestens 37 Menschen ums Leben kamen und mehr als 2900 verletzt wurden. Die Hisbollah macht Israel für die Explosionen verantwortlich und droht mit Vergeltung.
Israels Verteidigungsminister Joav Gallant hatte zuvor erklärt, der Krieg verschiebe sich für Israel "in Richtung Norden", also in Richtung Libanon.
A.Rodriguezv--AMWN