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Verwunderung und Empörung über Musk-Auftritt bei AfD
Der US-Milliardär und Berater von Präsident Donald Trump hat mit seinem Auftritt per Video beim AfD-Wahlkampfauftakt am Samstag international für Verwunderung und Empörung gesorgt. Mit Blick auf die wichtigsten Redner bei der AfD-Veranstaltung, darunter Musk, schrieb Polens Regierungschef Donald Tusk am Sonntag auf der Onlineplattform X, die Aussagen über die Größe Deutschlands und die Notwendigkeit, deutsche Schuld und Naziverbrechen hinter sich zu lassen, "klangen nur allzu vertraut und bedrohlich". Er fügte hinzu: "Vor allem nur wenige Stunden vor dem Jahrestag der Befreiung von Auschwitz."
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) pflichtete seinem polnischen Amtskollegen bei. "Ich kann nur zustimmen", kommentierte er Tusks Erklärung ebenfalls auf X.
Musk hatte die in Halle an der Saale versammelten AfD-Anhänger aufgefordert, "stolz" darauf zu sein, "Deutsche zu sein". "Ehrlich gesagt, ist der Fokus zu sehr auf die Schuld der Vergangenheit gerichtet, und das müssen wir hinter uns lassen", fügte er hinzu. Zudem schwärmte der Tech-Milliardär von der "deutschen Kultur", die "tausende Jahre" zurückreiche.
Deutliche Kritik an diesen Aussagen kam auch aus Israel. "Das Erinnern und Anerkennen der dunklen Vergangenheit des Landes und seiner Menschen sollte im Mittelpunkt der Gestaltung der deutschen Gesellschaft stehen", erklärte der Vorsitzende der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, Dani Dayan. "Dies zu unterlassen, ist eine Beleidigung für die Opfer des Nationalsozialismus und eine klare Gefahr für die demokratische Zukunft Deutschlands."
Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, unterstützte dies - "genauso wie Millionen Deutsche", wie er ebenfalls auf X schrieb. "Elon Musk scheint unser Land überhaupt nicht gut zu kennen", antwortete er auf Dayans Eintrag. "Niemand bringt Kinder dazu, sich für Nazi-Verbrechen schuldig zu fühlen. Wir wollen, dass sie informiert und verantwortungsbewusst aufwachsen und die Lehren aus der deutschen Vergangenheit anwenden."
Musk hatte sich in den vergangenen Wochen immer wieder mit Kommentaren auf seiner Onlineplattform X in die Innenpolitik Deutschlands und anderer europäischer Länder eingemischt und für die in Teilen erwiesen rechtsextreme AfD geworben. Trump hatte ihn zum Sonderberater seiner Regierung ernannt, er soll in den USA für drastische Kürzungen bei staatlichen Ausgaben sorgen. Bei Trumps Amtseinführung am vergangenen Montag war er mit einer Geste aufgefallen, die an einen Hitlergruß erinnerte.
B.Finley--AMWN