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Netanjahu bestätigt diplomatische Gespräche mit Damaskus über Entmilitarisierung in Südsyrien
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat erstmals diplomatische Kontakte zur islamistischen Übergangsregierung in Syrien bestätigt. "Diese Gespräche finden genau jetzt, in diesem Moment statt", sagte Netanjahu am Donnerstag in einem von seinem Büro veröffentlichten Video. Dabei gehe es um den Schutz der religiösen Minderheit der Drusen in Syrien, um die Schaffung einer entmilitarisierten Zone im Süden des Nachbarlandes und humanitäre Korridore für die Lieferung von Hilfsgütern.
Die entmilitarisierte Zone solle sich "von den Golanhöhen südlich von Damaskus bis hinunter nach Suwaida erstrecken und dieses mit einschließen", fügte Netanjahu hinzu. Bei einem Gewaltausbruch in der südsyrischen Region Suwaida waren zuletzt mehr als 1000 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen Angehörige der Drusen.
In Syrien leben etwa 700.000 Drusen. Die im 11. Jahrhundert aus dem Islam hervorgegangene Religionsgemeinschaft macht etwa drei Prozent der syrischen Bevölkerung aus. Drusen leben auch im Libanon, in Israel und auf den Golanhöhen. Israel bezeichnet sich selbst als Schutzmacht der Drusen und griff im Juli in Suwaida und in der Hauptstadt Damaskus an.
Der syrischen Nachrichtenagentur Sana zufolge traf Außenminister Asaad al-Schaibani vor einer Woche eine israelische Delegation in Paris, um über eine "Deeskalation" zwischen beiden Ländern zu beraten. Das französische Außenministerium bestätigte das Treffen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP und erklärte, es habe "unter Vermittlung der USA" stattgefunden
Israel und Syrien befinden sich offiziell seit 1948 im Kriegszustand. Der jahrzehntelange Konflikt dreht sich vor allem um die von Israel im Sechstagekrieg 1967 eroberten Golanhöhen.
Im vergangenen Dezember hatten Kämpfer der islamistischen HTS-Miliz den langjährigen syrischen Machthaber Baschar al-Assad gestürzt. Seither hat die israelische Armee zahlreiche Stellungen der syrischen Armee angegriffen. Erklärtes Ziel der israelischen Regierung ist es, zu verhindern, dass technisch ausgefeilte Waffen in die falschen Hände geraten.
Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa war als Anführer der HTS-Miliz an die Macht gelangt und früher als dschihadistischer Kämpfer aktiv. Seit dem Machtwechsel bemüht er sich um ein moderateres Image.
Zuletzt hatte die neue Führung in Damaskus Interesse an einer Normalisierung der Beziehungen mit seinem israelischen Nachbarn signalisiert. Am Dienstag waren bei einem israelischen Drohnenangriff nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus sechs Militärangehörige getötet worden.
Im benachbarten Libanon wurden nach libanesischen Armeeangaben am Donnerstag ein Offizier und ein Soldat bei der Explosion einer israelischen Drohne getötet, die nahe der Grenze zu Israel im Süden des Landes abgestürzt war.
F.Dubois--AMWN