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DOSB will bei Olympia-Entscheidung "Dienstleistungshilfe" geben
Die Kür des deutschen Kandidaten für eine neuerliche Olympiabewerbung könnte bis zur finalen Abstimmung im kommenden Jahr ein Rennen unter mehreren Interessenten bleiben. Der neue DOSB-Vorstandsvorsitzende Otto Fricke will den Delegierten bei der Wahl der Bewerberstadt oder -region um Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 nach derzeitigem Stand "keine Vorgabe", sondern eine "Dienstleistungshilfe" geben.
Wie der 59-Jährige, der seit dem 1. September das höchste Hauptamt beim Deutschen Olympischen Sportbund bekleidet, bei seiner Vorstellung in Frankfurt deutlich machte, ist der Weg bis zur Entscheidung ein langer, bei dem es zu weiteren Anpassungen im Prozess kommen könne.
"Die Mitgliederversammlung 2025 (am 6. Dezember in Frankfurt; d.Red.) wird, so wie es üblich ist, als höchstes Gremium entscheiden, wie das Verfahren für 2026 aussehen wird", sagte der langjährige FDP-Bundestagsabgeordnete. Final soll im September kommenden Jahres bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden bestimmt werden, ob der DOSB München, Hamburg, Berlin oder Rhein-Ruhr beim Internationalen Olympischen Komitee ins Rennen schickt. Möglich ist auch eine Kampfabstimmung.
Vor dieser Abstimmung will der DOSB mit Fricke an der Spitze gemeinsam mit der Bundespolitik ein Bewertungssystem, eine sogenannte "Matrix", erstellen, in die verschiedene Kriterien einfließen, um den Delegierten einen vergleichenden Überblick zu geben.
"Am Ende wird es nicht eine richtige oder falsche Entscheidung geben, sondern es wird um die Frage besser oder schlechter gehen", sagte Fricke - jedes einzelne Konzept hält er für konkurrenzfähig. Der gebürtige Krefelder sprach von "vier Rohdiamanten", die bereits jetzt im Verfahren "geschliffen" würden.
Die erste (Vor-)Entscheidung im Auswahlprozess kann allerdings abseits der MV bereits am 26. Oktober fallen, wenn die Bürgerinnen und Bürger in München bei einem Referendum abstimmen. Fricke geht von einem positiven Votum aus - und hat keine Sorge, dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mit einer starken Zustimmung der Bevölkerung dann den Druck auf den DOSB erhöhen könnte. "Ich weiß, wie Markus Söder ist, und er ist ein erfolgreicher Ministerpräsident", sagte der langjährige Bundestagsabgeordnete Fricke, "aber er kann keinerlei Anträge beim IOC stellen. Hier gelten die Regeln, die der DOSB sich gesetzt hat und das IOC gesetzt hat."
A.Malone--AMWN