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Umfrage: Fast zwei Drittel sehen Pflegeversorgung gefährdet
Fast zwei Drittel der Deutschen sehen einer Umfrage zufolge die Pflegeversorgung gefährdet. In einer am Dienstag in Hamburg veröffentlichten Erhebung für die Krankenkasse DAK-Gesundheit bewerteten 62 Prozent die Versorgung als nicht oder gar nicht gut. Fast jeder Zweite (46 Prozent) rechnet mit einer Verschlechterung in den kommenden zehn Jahren.
Das Institut für Demoskopie Allensbach befragte im Oktober rund 4400 Menschen zwischen 16 und 75 Jahren. Die Finanzierung des Pflegesystems wird demnach als größtes Problem genannt. 70 Prozent der Befragten nennen an erster Stelle die hohen Kosten für Pflegebedürftige und ihre Familien bei stationärer Pflege. Es folgen mit 68 Prozent der Personalmangel und fehlende Pflegekräfte.
Fast zwei Drittel (64 Prozent) haben Zweifel, im Fall einer Pflegebedürftigkeit in ihrer Region eine gute qualitative Unterstützung zu erhalten. Neun von zehn Befragten (87 Prozent) sehen es als wichtigstes Ziel, die Pflege für alle Menschen bezahlbar zu machen.
Für 73 Prozent ist die Deckelung der Pflegeheimplatzkosten wichtig, während 71 Prozent sich eine Vereinfachung des Leistungssystems wünschen. Knapp drei Viertel fürchten, durch die Kosten überfordert zu werden, sollten sie selbst pflegebedürftig werden.
DAK-Vorstandschef Andreas Storm sieht das Pflegesystem "an einem Kipppunkt". Er forderte eine nachhaltige Finanzierungreform und eine zukunftsfeste Pflegeinfrastruktur. "Viele Menschen nehmen das System als schlecht, ungerecht und überfordernd wahr", erklärte Storm.
T.Ward--AMWN