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Pistorius: Neue Marine-Flugzeuge "ohne Verzug" einsatzfähig
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sieht die Bundeswehr durch die Lieferung neuer Marine-Flugzeuge vom US-Hersteller Boeing erheblich gestärkt. Die deutschen Streitkräfte würden durch die Seefernaufklärer "auf das höchste Level der Einsatzbereitschaft katapultiert", sagte Pistorius am Freitagnachmittag nach der Landung der ersten von acht Maschinen auf dem Flughafen Berlin-Brandenburg. Die Flugzeuge vom Typ P-8A Poseidon könnten "ohne Verzug sofort" eingesetzt werden, betonte der Minister.
Die Marine hatte vor vier Jahren insgesamt acht Maschinen bestellt, fuhr Pistorius fort. Die Lieferung sei pünktlich, "in Rekordzeit und im veranschlagten Kostenrahmen" abgelaufen. Der Minister hob hervor, dass die P-8A Poseidon bereits von internationalen Partnern genutzt werde und daher marktverfügbar und schnell einsatzfähig sei. Bundeswehr-Piloten seien in den USA und Großbritannien schon an den Maschinen ausgebildet worden.
Der Seefernaufklärer P-8A Poseidon ersetzt am Fliegerhorst Nordholz bei Cuxhaven bei der Marine die in die Jahre gekommenen Flugzeuge vom Typ P-3C Orion des US-Herstellers Lockheed-Martin. Die U-Boot-Jagdflugzeuge sind mit moderner Aufklärungstechnik ausgestattet und können feindliche U-Boote aus einer Höhe von bis zu 12.500 Metern ausfindig machen.
Boeing selbst nennt die P8-A "ein einzigartiges Multimissionsflugzeug", das in der Beschaffung deutlich günstiger sei als andere Seefernaufklärer. Sie ist die militärische Version des Passagierflugzeugs 737 Next Generation. Das Flugzeug hat 129 sogenannte Sonarbojen an Bord. Diese werden auf das Meer abgeworfen, wo sie an der Wasseroberfläche U-Boote und andere Schallquellen orten. Mit Leichtgewichtstorpedos oder Wasserbomben kann das Flugzeug dann feindliche U-Boote versenken.
Eingesetzt werden soll das Flugzeug unter anderem im Nordatlantik. Dort fliegen bereits die USA, Großbritannien und Norwegen mit den Poseidon-Maschinen. Auch Australien und Neuseeland verfügen über die Flugzeuge, Südkorea und Kanada sollen bald hinzukommen, Indien nutzt ein ähnliches Modell von Boeing. Pistorius betonte, dass die Länder bei der P-8A Poseidon "gemeinsam ausbilden, trainieren und operieren" können. Das sei "extrem wichtig für die Interoperabilität".
Pistorius verwies bei der Ankunft des ersten Poseidon-Flugzeugs auf eine weitere Beschaffung für die Bundeswehr: Die Marine soll bald neue Bordhubschrauber vom Typ Sea Tiger erhalten. Diese ersetzen in der Seerettung die veralteten Hubschrauber vom Typ Sea King.
Th.Berger--AMWN