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Trump: Venezuela wird den USA 30 bis 50 Millionen Barrel Öl liefern
Nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela wird die Übergangsregierung in Caracas den USA nach Angaben von US-Präsident Donald Trump 30 bis 50 Millionen Barrel Öl liefern. Es handele sich um "sanktioniertes Öl", das zum Marktpreis verkauft werde, erklärte Trump am Dienstag (Ortszeit). Er selbst werde das eingenommene Geld kontrollieren. Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez bestritt unterdessen eine ausländische Kontrolle über ihr Land.
Trump gab das Ölgeschäft in seinem Onlinedienst Truth Social bekannt. Die venezolanische Übergangsregierung werde das Öl an die USA "übergeben", erklärte Trump. Das Geld aus dem Ölgeschäft werde von ihm als Präsident kontrolliert, "um sicherzustellen, dass es den Menschen in Venezuela und den Vereinigten Staaten zugutekommt", schrieb Trump weiter. Er habe Energieminister Chris Wright mit der "sofortigen" Umsetzung des Plans beauftragt.
Nach einem Höchststand von mehr als drei Millionen Barrel pro Tag Anfang der 2000er Jahre produzierte Venezuela zuletzt etwa eine Million Barrel pro Tag - rund zwei Prozent der weltweiten Gesamtmenge. 2019 verbot Trump die Einfuhr venezolanischen Öls im Zuge von Sanktionen gegen Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro. Das trug dazu bei, dass die tägliche Fördermenge 2020 auf ein historisches Tief von 350.000 Barrel sank.
US-Streitkräfte hatten in der Nacht zum Samstag bei einem groß angelegten Militäreinsatz Ziele in Venezuela angegriffen, den venezolanischen Staatschef Maduro und dessen Frau Cilia Flores gefangen genommen und in die USA gebracht. Der 63-Jährige ist dort wegen "Drogenterrorismus" angeklagt und muss sich vor einem Gericht in New York verantworten.
Maduros Stellvertreterin Rodríguez wurde vom Obersten Gericht Venezuelas zur Interimspräsidentin des südamerikanischen Landes ernannt. Am Dienstag sagte Rodríguez: "Die Regierung Venezuelas regiert unser Land, niemand sonst." Es gebe "keinen ausländischen Akteur, der Venezuela regiert".
Trump hatte nach der Gefangennahme Maduros gesagt, Venezuela stehe nun unter der Kontrolle der USA. Er erklärte sich zwar grundsätzlich zur Zusammenarbeit mit Rodríguez bereit, setzte die langjährige Maduro-Vertraute aber zugleich massiv unter Druck: "Wenn sie nicht das Richtige tut, wird sie einen sehr hohen Preis zahlen müssen, wahrscheinlich einen höheren als Maduro", sagte der US-Präsident. Er verlangte von Rodríguez "totalen Zugang", unter anderem zum Erdöl ihres Landes.
Am Dienstag gab sich Rodríguez kämpferisch. "Wir sind ein Volk, das nicht kapituliert, wir sind ein Volk, das nicht aufgibt", sagte sie. Die bei dem Einsatz getöteten Sicherheitskräfte bezeichnete Rodríguez als "Märtyrer". Sie ordnete zudem eine siebentägige Staatstrauer an, um die Frauen und Männer zu ehren, "die ihr Leben für die Verteidigung Venezuelas und Präsident Nicolás Maduro geopfert haben".
Bei dem US-Militäreinsatz zur Gefangennahme Maduros waren nach offiziellen Angaben 55 Militärangehörige aus Venezuela und Kuba getötet worden. Die venezolanische Armee veröffentlichte am Dienstag eine Liste der 23 Getöteten aus ihren Reihen, darunter fünf Generäle. Kubas Regierung veröffentlichte ebenfalls nähere Angaben zu 32 getöteten Kubanern wie Namen und Dienstgrade.
Zur Zahl der zivilen Opfer haben die venezolanischen Behörden bisher keine Angaben gemacht. Generalstaatsanwalt Tarek William Saab sprach am Dienstag von "dutzenden" getöteten Zivilisten und Militärangehörigen, nannte aber keine konkreten Zahlen.
Trump hatte der venezolanischen Regierung vor dem Militäreinsatz immer wieder vorgeworfen, den Drogenschmuggel in die USA aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Die venezolanische Regierung warf Trump dagegen vor, es allein auf die riesigen Ölreserven des Landes abgesehen zu haben.
Venezuela verfügt über die größten bekannten Erdöl-Vorkommen der Welt, bis 2005 war das Land einer der wichtigsten Öllieferanten der USA. Die Lage änderte sich dramatisch, nachdem der damalige sozialistische Staatschef Hugo Chávez 2007 die Industrie weiter verstaatlichte und den Besitz von US-Firmen beschlagnahmte. Trump sagte nach dem Militäreinsatz, US-Unternehmen würden "reingehen, Milliarden von Dollar ausgeben und die kaputte Infrastruktur reparieren". Doch würden die US-Sanktionen auf Öl aus Venezuela vorerst "voll in Kraft bleiben".
Ch.Havering--AMWN