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Oxfam: Milliardäre weltweit so reich wie noch nie
Zum Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos (WEF) hat die Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam die zunehmend ungleiche Verteilung von Reichtum auf der Welt angeprangert: Das Vermögen von Milliardären weltweit sei im vergangenen Jahr um 2,5 Billionen Dollar (etwa 2,2 Billionen Euro) auf einen neuen Rekordwert gestiegen - dreimal schneller als in den Vorjahren, erklärte die Organisation am Montag. Gleichzeitig lebe fast die Hälfte der Menschheit in Armut.
Dem Oxfam-Bericht zufolge verdient der derzeit reichste Mann der Welt, Tech-Milliardär Elon Musk, in vier Sekunden das durchschnittliche weltweite Jahreseinkommen. Das Gesamtvermögen von Milliardären weltweit habe seit März 2020 um 81 Prozent zugelegt und 2025 den historischen Höchstwert von 18,3 Billionen Dollar (15,8 Billionen Euro) erreicht. Gleichzeitig besitze die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung 0,52 Prozent des weltweiten Vermögens, während das reichste eine Prozent 43,8 Prozent besitze.
"Wir befinden uns in der Ära der Milliardärinnen und Milliardäre – und das ist keine gute Nachricht für die Welt", erklärte die Vorstandsvorsitzende von Oxfam Deutschland, Charlotte Becker anlässlich der Veröffentlichung des Berichts. Besonders besorgniserregend sei, dass sich die Wirtschaftsmacht der Superreichen immer deutlicher in politischer Macht niederschlage und die Demokratie aushöhle: "Das sehen wir zum Beispiel in den USA, wo der Milliardär Donald Trump mit seiner reichenfreundlichen Agenda die Ungleichheit immer weiter anfacht, mit weltweiten Folgen", erklärte Becker.
Auch in Deutschland stieg die Zahl der Superreichen dem Bericht zufolge deutlich an: In der Bundesrepublik leben demnach die viertmeisten Milliardäre weltweit, 2025 stieg die Zahl um ein Drittel auf 172. In anderthalb Stunden verdiene ein deutscher Milliardär das durchschnittliche Jahreseinkommen in der Bundesrepublik. Zugleich lebt demnach etwa ein Fünftel aller Deutschen in Armut.
Oxfam erneuerte die Forderung nach einer stärkeren Besteuerung von Superreichen - in Deutschland und auf globaler Ebene. Dazu gehörten höhere Spitzensteuersätze und die Einführung einer Milliardärssteuer, erklärte die Organisation. Die Einnahmen sollten in Maßnahmen der sozialen Gerechtigkeit, Klimaschutz und Demokratiestärkung fließen.
G.Stevens--AMWN