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Israel fliegt "groß angelegte" Angriffe auf Teheran - Erneut Explosionen in Golfstaaten
Eine Woche nach Beginn des Iran-Kriegs gehen die gegenseitigen Angriffe mit unverminderter Härte weiter. Die israelische Armee führte am Freitag eigenen Angaben zufolge "groß angelegte" Angriffe auf die iranische Hauptstadt Teheran aus, zuvor war Israel demnach attackiert worden. Am frühen Samstagmorgen berichteten AFP-Journalisten von erneuten Explosionen in Bahrain und Dubai. US-Präsident Donald Trump erklärte, der Krieg könne nur durch eine "bedingungslose Kapitulation" der Führung in Teheran beendet werden.
Israel hatte am Samstag vor einer Woche gemeinsam mit den USA massive Luftangriffe auf den Iran begonnen und dabei das geistliche Oberhaupt des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, sowie weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Seitdem reißen die gegenseitigen Angriffe nicht ab.
Die israelischen Streitkräfte "haben eine Welle groß angelegter Angriffe" auf Ziele der Regierung in Teheran gestartet, erklärte die Armee am Freitagabend. Iranische Staatsmedien berichteten unterdessen von einer Explosion im Westen der Hauptstadt.
Kurz zuvor hatte die israelische Armee erneuten Beschuss auf Israel durch iranische Raketen gemeldet. In Tel Aviv waren mehrere Explosionen zu hören. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom gab an, nach dem Beschuss keine Berichte über Opfer erhalten zu haben.
Am Samstagmorgen meldete die Armee "aus dem Iran in Richtung des Staatsgebiets Israels abgefeuerte Raketen" und erklärte, die Luftabwehrsysteme seien "im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren". Ein AFP-Journalist in Jerusalem hörte eine Explosion. Der Luftalarm im Norden des Landes wurde wenige Minuten später aufgehoben.
Armeechef Ejal Samir hatte zuvor ein hartes Vorgehen gegen den Iran angekündigt: "Wir zerschlagen das iranische Terrorregime und werden jede Gelegenheit ergreifen, um unsere Erfolge auszubauen", sagte er vor Soldaten.
Am Donnerstag hatte Samir erklärt, der Militäreinsatz sei in seine "nächste Phase" gegangen und Teheran müsse sich auf "weitere Überraschungen" gefasst machen.
Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten am Samstag zwei Explosionen in Dubai und eine in Bahrains Hauptstadt Manama. Die Einwohner seien aufgefordert worden, "ruhig zu bleiben und sich zum nächstgelegenen sicheren Ort zu begeben", schrieb das Innenministerium von Bahrain im Onlinedienst X.
Saudi-Arabien fing eigenen Angaben zufolge eine Rakete ab, die auf den Luftwaffenstützpunkt Prince Sultan zielte. Zudem seien sechs Drohnen, die auf ein Ölfeld zusteuerten, zerstört worden.
Trump erklärte in seinem Onlinedienst Truth Social, es werde "keine Einigung mit dem Iran geben, außer einer bedingungslosen Kapitulation!". Nach einer Kapitulation des Iran würden die USA und ihre Verbündeten dazu beitragen, das Land "vom Rand der Zerstörung zurückzuholen und wirtschaftlich größer, besser und stärker zu machen als je zuvor", schrieb er. Zur Bedingung machte er die Ernennung eines "großartigen und akzeptablen Führers" oder mehrerer Führungsfiguren.
Trump erklärte, bei der Ernennung eines Nachfolgers für den getöteten Chamenei mitreden zu wollen. Der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Amir Saeid Iravani, prangerte daraufhin eine "Einmischung" der USA in die inneren Angelegenheiten des Iran an.
"Der Iran ist ein souveräner und unabhängiger Staat. Er akzeptiert keine Einmischung ausländischer Mächte in seine inneren Angelegenheiten", sagte Iravani und betonte, die Wahl von Chameneis Nachfolger werde "streng nach unseren verfassungsrechtlichen Verfahren und ausschließlich nach dem Willen des iranischen Volkes ohne jegliche Einmischung aus dem Ausland erfolgen".
Das US-Außenministerium genehmigte am Freitag einen "Notfallverkauf" von 12.000 Bombengehäusen an Israel. Der Verkauf für die Waffen im Wert schätzungsweise 151,8 Millionen Dollar (rund 130 Millionen Euro) wurde laut einer Pressemitteilung vom Büro für politisch-militärische Angelegenheiten des Außenministeriums genehmigt.
Nach Angaben des für den Nahen Osten zuständigen US-Militärkommandos Centcom sind seit Kriegsbeginn 3000 iranische Ziele angegriffen worden, darunter das Hauptquartier der Revolutionsgarde, Kommando- und Kontrollzentren, Luftabwehrsysteme, Raketenstellungen, Kriegsschiffe und U-Boote.
Der russische Präsident Wladimir Putin sprach sich indes in einem Telefonat mit seinem iranischen Amtskollegen Massud Peseschkian für eine "sofortige" Waffenruhe im Nahen Osten aus. "Russlands grundsätzliche Position zur Notwendigkeit einer sofortigen Einstellung der Kämpfe wurde bekräftigt", erklärte der Kreml. Putin fordere eine "Rückkehr auf den Weg einer politischen und diplomatischen Lösung".
Der Ölpreis stieg wegen des Iran-Kriegs auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren: Bei Handelsschluss am Freitag lag der Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent bei 92,69 Dollar und damit acht Prozent höher als am Vortag und 27,88 Prozent höher als vor einer Woche.
D.Moore--AMWN