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Auswärtiges Amt beendet Golf-Sonderflüge - fast alle deutschen Touristen daheim
Trotz des anhaltenden Iran-Kriegs plant das Auswärtige Amt vorerst keine Evakuierungsflüge für Deutsche aus der Golfregion mehr. Ein Außenamtssprecher begründete dies am Freitag in Berlin mit einer nachlassenden Nachfrage nach solchen Sonderflügen und einem wachsenden Angebot an kommerziellen Ausreisemöglichkeiten.
Am Donnerstag habe ein sechster Sonderflug Deutsche aus der Region nach Deutschland gebracht - dies sei "wahrscheinlich" der letzte derartige Flug gewesen, sagte der Außenamtssprecher. Die Maschine sei "nicht vollständig ausgelastet" gewesen, das Auswärtige Amt habe "eine gewisse Rückläufigkeit festgestellt bei dem Wunsch nach unserer Unterstützung", fügte er hinzu.
Nach Angaben des Deutschen Reiseverband (DRV) sind fast alle mit einem Reiseveranstalter verreisten Touristen inzwischen sicher aus dem Nahen Osten nach Deutschland zurückgekehrt. Es seien mehrere zehntausend Gäste von Reiseveranstaltern wegen des Iran-Krieges in den Golfstaaten gestrandet gewesen - bis auf wenige seien sie nun aber ausgeflogen, erklärte der Verband.
Die Branche habe mit dem Auswärtigen Amt (AA) an der Rückkehr der Urlauberinnen und Urlauber gearbeitet. "Sukzessive konnten so in den vergangenen Tagen immer wieder mehrere tausend Urlauberinnen und Urlauber mit Unterstützung der Veranstalter auf regulären Linienflügen sowie mit Sondermaschinen ausgeflogen werden", erklärte der DRV. Dafür müssten sie nicht extra bezahlen - bei Pauschalreisen sei die Rückholung vertraglich mit eingeschlossen.
Der Außenamtssprecher verwies darauf, dass es aktuell wieder direkte Flugverbindungen nach Deutschland aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, aus Katar und aus Israel gebe. Die Zahl der Flüge aus der Region bezifferte er auf etwa 15 pro Tag. Insofern gebe es für eigenständige Ausreisen ein entsprechendes Angebot.
Der Reiseverband wies auf bestehende Reisewarnungen des AA hin. "Die Lage in der Region ist insgesamt weiterhin äußerst volatil", nicht alle geplanten Reisen könnten stattfinden. "Reisende, die in den nächsten Tagen eine Reise in die Region oder eine Reise mit Umstieg an einem der Drehkreuze geplant haben, werden von ihren Reiseveranstaltern entsprechend kontaktiert", erklärte der Verband.
Nach Einschätzung von Tui-Konzernchef Sebastian Ebel wird sich der Urlaubsverkehr in die Golfregion nach dem Ende des Kriegs rasch erholen. "Sobald wieder Frieden herrscht, werden die Hotels und Fluggesellschaften versuchen, mit Sonderangeboten die Kunden zurückzugewinnen", sagte Ebel dem "Tagesspiegel". Nach einigen Monaten werde sich das Tourismusgeschäft "wieder normalisiert haben".
Derzeit bietet Deutschlands größter Reisekonzern wegen der Eskalation in der Region keine Reisen in die betroffenen Gebiete an. Allerdings gibt es Einzelreisende, die auf eigene Faust in Dubai Urlaub machen wollen. Einige Hotels böten teilweise Rabatte von 80 Prozent an - "das wollen einige mitnehmen", sagte Ebel.
Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Der Iran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion.
P.M.Smith--AMWN