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Sprengstoffalarm unterbricht Prozess gegen frühere RAF-Terroristin Klette
Ein Sprengstoffalarm hat am Mittwoch den Prozess gegen die mutmaßliche frühere RAF-Terroristin Daniela Klette vor dem Landgericht im niedersächsischen Verden unterbrochen. Wie die örtliche Polizei mitteilte, schlugen Spürhunde bei einer Routinekontrolle von Besucherschließfächern an. Anschließend wurde ein verdächtiger Gegenstand gefunden, der sich bei einer Untersuchung als nicht explosiv herausstellte. Wem der Gegenstand gehörte und wie er in das Schließfach gelangte, war zunächst unklar.
Klette steht seit etwa einem Jahr wegen mutmaßlicher Raubüberfälle vor Gericht, die sie nach der Selbstauflösung der RAF gemeinsam mit den beiden weiterhin flüchtigen RAF-Terroristen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub begangen haben soll. Laut Anklage galten sie Geldtransportern oder Kassenbüros großer Supermärkte und dienten der Finanzierung des Lebens im Untergrund. Um Terrorvorwürfe geht es nicht.
Laut Polizei kamen bei der Untersuchung des nicht näher beschriebenen Gegenstands Entschärfer des Landeskriminalamts zum Einsatz. Der Prozess wurde währenddessen unterbrochen, konnte danach aber fortgesetzt werden.
Klette war im Februar 2024 nach jahrerlanger Flucht im Berlin gefasst worden, wo sie unter falschem Namen im Stadtteil Kreuzberg lebte. Sie soll Anfang der 90er Jahre in der Schlussphase der linksextremistischen RAF zu deren sogenannter Kommandoebene gehört und sich an Anschlägen beteiligt haben. Die RAF erklärte sich 1998 selbst für aufgelöst.
Die Verbindungen Klettes, Garwegs und Staubs zu mehreren zwischen 1999 und 2016 vor allem in Norddeutschland verübten Raubüberfällen ergaben sich durch DNA-Spuren. Das Landeskriminalamt in Niedersachsen übernahm die Ermittlungen dazu, deshalb steht Klette auch in Verden vor Gericht. Ermittlungen gegen Klette wegen möglicher Taten im Zusammenhang mit der RAF führt die Bundesanwaltschaft. Sie spielen in dem Prozess in Verden keine direkte Rolle.
O.Norris--AMWN