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Iran-Krieg verschlechtert Stimmung in deutschen Unternehmen deutlich
Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im März deutlich verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank auf 86,4 Punkte, nach revidiert 88,4 Zählern im Februar, wie das Münchener Institut am Mittwoch mitteilte. "Der Krieg im Iran beendet vorerst die Hoffnung auf einen Aufschwung", erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Unsicherheit unter den Unternehmen habe "spürbar" zugenommen.
Der Rückgang beim Geschäftsklimaindex sei auf "deutlich pessimistischere Erwartungen zurückzuführen", erklärte Fuest. "Massiv verschlechtert" haben sich demnach im Dienstleistungssektor insbesondere die Aussichten im Tourismus und in der Logistik. Zudem trübten nach Ifo-Angaben "Inflationssorgen der Bürger" die Aussichten sowohl im Groß- als auch Einzelhandel ein. Mit den laufenden Geschäften seien die Händler hingegen etwas zufriedener gewesen.
Auch im Bauhauptgewerbe habe sich das Geschäftsklima "deutlich verschlechtert", führte Fuest aus. Während die aktuelle Lage hier ebenfalls positiver beurteilt worden sei, habe es bei den Erwartungen zur künftigen Entwicklung "den stärksten Rückgang seit März 2022" gegeben. Auch im Verarbeitenden Gewerbe sank der Index im März nach zuvor mehreren Anstiegen in den Vormonaten. "Energieintensive Industrien sind am stärksten betroffen", erläuterte der Ifo-Präsident.
"Der Aufschwung steckt in der Straße von Hormus fest", kommentierte Konjunkturexperte Sebastian Wanke von KfW Research das veränderte Geschäftsklima. "Die hohen Öl- und Gaspreise sowie potenzielle Lieferschwierigkeiten spiegeln sich in den stark gesunkenen Geschäftserwartungen wider", erklärte er. Zwar halte sich die Beurteilung der Unternehmen zur aktuellen Lage "noch gut". Doch mit jeder Woche, die der Iran-Krieg andauere, werde die Stimmung in der Wirtschaft "weiter gedrückt und die Konjunktur wieder ausgebremst".
Ähnlich wertete Konjunkturanalyst Christoph Swonke von der DZ Bank die Entwicklung. "Die zarten Konjunkturhoffnungen der deutschen Wirtschaft verpuffen aufgrund der Krise im Nahen Osten immer mehr", erklärte er. "Je länger der Krieg dauert, desto schwerwiegender dürften die Auswirkungen auf die deutsche und die globale Wirtschaft werden."
Swonke warnte zudem vor Lieferkettenproblemen: Die Straße von Hormus sei "für mehr als nur Öl und Gas von Bedeutung", erläuterte er. "Zahlreiche andere wichtige Grundstoffe, etwa für die Landwirtschaft oder die Halbleiterproduktion, passieren normalerweise die Meerenge."
Y.Kobayashi--AMWN