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Kapitän eines Schattenflotten-Öltankers in Frankreich zu Haftstrafe verurteilt
Ein Gericht in Frankreich hat den Kapitän eines Tankers der sogenannten russischen Schattenflotte in Abwesenheit zu einem Jahr Haft verurteilt. Der 39-jährige Chinese wurde am Montag im westfranzösischen Brest wegen Nichtbefolgens einer behördlichen Anordnung verurteilt. Der Fall des Öltankers "Boracay" hatte Aufsehen erregt, weil das Schiff zeitweise im Verdacht stand, als Startrampe für Drohnen gedient zu haben, die im September in Dänemark gesichtet worden waren.
Die französische Marine hatte den Öltanker, der auf der EU-Sanktionsliste steht, Ende September nahe der Insel Ouessant im Atlantik aufgehalten und den Kapitän zu einer Kursänderung Richtung Küste aufgefordert. Mehrere französische Soldaten gingen dann an Bord. Das Schiff ankerte mehrere Tage vor Saint-Nazaire, bevor es seine Fahrt fortsetzten durfte.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte den Fall als Beispiel dafür zitiert, wie westliche Staaten gegen die Schattenflotte vorgehen sollten. "Wenn wir die Schiffe mehrere Tage oder Wochen festhalten, (...) dann zerstören wir das Geschäftsmodell", sagte er.
Als Schattenflotte werden die oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffe bezeichnet, mit denen Russland unter anderem das Öl-Embargo umgeht. Macron sprach von 800 bis 1000 Schiffen, die zu der Schattenflotte zählten.
Der russische Präsident Wladimir Putin hatte Frankreich wegen des Festhaltens des Tankers "Piraterie" vorgeworfen und Vergeltungsmaßnahmen angedroht.
A.Jones--AMWN