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Trump sieht US-Ziele im Iran-Krieg fast erreicht - Iran greift erneut Israel an
In seiner mit Spannung erwarteten Ansprache an die Nation hat US-Präsident Donald Trump ein baldiges Erreichen der US-Ziele im Iran in Aussicht gestellt - und zugleich weitere Angriffe angekündigt. Die "zentralen strategischen Ziele" der USA stünden "kurz vor der Vollendung", sagte Trump am Mittwochabend. Zugleich kündigte er an, die US-Armee werde den Iran "in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen". Die Ölpreise schnellten nach Trumps Rede wieder in die Höhe. Israel meldete unterdessen vier massive Angriffswellen aus dem Iran.
In den vergangenen Wochen hätten die US-Streitkräfte "schnelle, entschlossene und überwältigende Siege auf dem Schlachtfeld" errungen, sagte Trump in seiner 19-minütigen Ansprache, die größtenteils eine Wiedergabe der täglich von ihm in Onlinediensten und Interviews getätigten Aussagen war. "Wir werden die Aufgabe zu Ende bringen, und wir werden sie sehr schnell zu Ende bringen."
Zugleich kündigte der US-Präsident weitere Angriffe in den kommenden Wochen an. "Wir werden sie in die Steinzeit zurückversetzen, wo sie hingehören", sagte er und drohte erneut mit Angriffen auf iranische Energieanlagen. Die US-Armee werde "jedes einzelne ihrer Elektrizitätswerke angreifen", sollte keine Einigung erzielt werden.
Länder, die Öl über die Straße von Hormus beziehen, forderte Trump zudem erneut auf, "Mut" zu zeigen und die für den Welthandel wichtige Meerenge zu sichern. "Nehmt sie euch einfach, schützt sie, nutzt sie für euch selbst", sagte Trump hinsichtlich der Seestraße.
Den Verbündeten der USA in der Golfregion sicherte der US-Präsident derweil die Unterstützung seines Landes zu. "Wir werden nicht zulassen, dass ihnen in irgendeiner Weise Schaden zugefügt wird oder sie scheitern", sagte Trump und nannte dabei Israel, Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Bahrain.
Nachdem Trumps Äußerungen über diplomatische Kontakte mit Teheran die Finanzmärkte in Europa am Mittwoch beflügelt hatten, schossen die Ölpreise nach seiner Ansprache erneut in die Höhe. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent, der am Vortag wieder unter 100 Dollar (86,6 Euro) gefallen war, schoss am Donnerstag um bis zu fünf Prozent auf 106,29 Dollar nach oben. Die US-Referenzsorte WTI verzeichnete einen ähnlichen Anstieg. Der Preis für ein Barrel legte um mehr als vier Prozent auf 104,29 Dollar zu.
Der australische Premierminister Anthony Albanese äußerte derweil Unverständnis für die anhaltenden Angriffe der USA und Israels auf den Iran. Nachdem die ursprünglichen Ziele des Krieges - die Schwächung der Luftwaffe, Marine und militärischen Industrie des Iran - "nun verwirklicht wurden, ist nicht klar, was darüber hinaus noch erreicht werden muss oder wie das Endergebnis aussehen soll", sagte Albanese in einer Rede in Canberra.
"Klar ist, dass die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft umso bedeutender sein werden, je länger der Krieg andauert", fügte er hinzu. Australien ist auf importierte Treibstoffe angewiesen und verfügt über etwa 37 Tage Benzinvorräte.
Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen auf den Iran begonnen. Bereits am ersten Tag des Krieges wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, auf mehrere Golfstaaten sowie auf US-Einrichtungen in der Region.
Allein in der Nacht zu Donnerstag, dem Beginn des jüdischen Pessachfestes, überzog der Iran Israel nach Angaben der israelischen Armee mit vier massiven Angriffswellen. Mindestens zwei der Angriffswellen erfolgten demnach nach Trumps Ansprache. Israelische Medien bezifferten die Zahl der Einschläge auf neun. Vier Menschen wurden demnach im Raum Tel Aviv leicht verletzt. In Medienberichten wurden die Schäden in einem relativ weiten Gebiet auf den Einsatz von Streumunition zurückgeführt.
Auch das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate meldete neue Angriffe auf sein Territorium. Die emiratischen Luftabwehrsysteme befänden sich im Einsatz gegen "Raketen- und Drohnen-Bedrohungen".
L.Mason--AMWN