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Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy beteuert erneut Unschuld
Im Berufungsverfahren um libysche Wahlkampfgelder hat Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy erneut seine Unschuld beteuert. "Es ist die Wahrheit: In meinem Wahlkampf gab es keinen Cent libyschen Geldes", sagte Sarkozy zu Beginn seiner Anhörung vor Gericht am Dienstag. Er bestritt auch, sich für eine Begnadigung des libyschen Vize-Geheimdienstchefs Abdallah Senoussi eingesetzt zu haben.
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hatten enge Vertraute Sarkozys in dessen Zeit als Innenminister Kontakt zu Senoussi gehabt, um mit diesem über eine Finanzierung von Sarkozys Präsidentschaftswahlkampf zu verhandeln. Der Schwager des libyschen Diktators Muammar Gaddafi war von einem französischen Gericht wegen eines Bombenanschlags auf ein Flugzeug in Abwesenheit zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden. Bei dem Anschlag über dem Niger waren 170 Menschen getötet worden, unter ihnen 54 Franzosen.
Mehrere Angehörige der Opfer hatten den Angeklagten in dem Berufungsverfahren "Lügen" und "Leugnung von Tatsachen" vorgeworfen. Neben Sarkozy sind neun weitere Männer angeklagt, unter ihnen mehrere seiner engen Vertrauten.
Sarkozy wandte sich direkt an die Angehörigen der Opfer und sprach ihnen sein Mitgefühl aus. "Ich wäre ebenso wütend und voller Trauer", sagte er. "Ein solches Leid lässt sich nicht durch eine Ungerechtigkeit reparieren: Ich bin unschuldig", sagte Sarkozy, der in Begleitung seiner Frau Carla Bruni-Sarkozy vor Gericht erschienen war.
Der konservative Politiker war in erster Instanz 2025 wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung zu fünf Jahren Haft mit sofortiger Vollstreckung verurteilt worden. Nach drei Wochen im Gefängnis wurde er Anfang November vorzeitig entlassen. Drei Wochen später veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel "Journal eines Häftlings" über seinen Kurzaufenthalt im Pariser Gefängnis La Santé, in dem er sich als Justizopfer darstellte.
Sarkozy war zudem in zwei anderen Affären rechtskräftig verurteilt worden: Im Dezember 2024 wurde er wegen versuchter Richterbestechung zu einem Jahr Freiheitsstrafe in Form einer elektronischen Fußfessel verurteilt. Aus Altersgründen bekam er diese nach drei Monaten wieder abgenommen.
Wegen überzogener Wahlkampfkosten 2012 wurde er im Dezember 2025 erneut zu einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt, davon ein halbes Jahr auf Bewährung. Ein Termin für das Anlegen der Fußfessel steht noch aus. Sarkozy beteuerte in allen Verfahren seine Unschuld.
P.M.Smith--AMWN