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AfD erstmals stärkste Kraft im ZDF-"Politbarometer"
Die in Teilen rechtsextremistische AfD ist im "Politbarometer" des ZDF erstmals stärkste Kraft geworden. In der am Freitag veröffentlichten Umfrage überflügelte die AfD mit einem Zustimmungswert von 26 Prozent zum ersten Mal die CDU/CSU, die auf 25 Prozent kam. Die Zufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und seiner Regierung sank auf ein Rekordtief: 65 Prozent bescheinigten dem Kanzler schlechte Arbeit, mit der Regierung als Ganzes waren 63 Prozent unzufrieden.
Eine Tiefstwert verzeichnete auch die SPD, die erstmals auf nur zwölf Prozent im "Politbarometer" fiel - das war ein Punkt weniger als bei der Erhebung im März. Die Grünen erreichten 14 Prozent (minus ein Punkt), die Linke legte einen Punkt zu auf elf Prozent. Die Union verlor einen Punkt im Vergleich zum Vormonat, die AfD blieb stabil. Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot keine parlamentarische Mehrheit.
Nach 34 Prozent im "Politbarometer" von Ende März zeigten sich jetzt nur noch 27 Prozent der Befragten insgesamt zufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung. Die Zustimmung zur Arbeit von Kanzler Merz sank von 38 Prozent auf 30 Prozent. Ebenfalls viel Kritik gibt es an Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD), dessen Leistung 29 Prozent als gut und 58 Prozent als schlecht beurteilen, sowie an Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die nur für 19 Prozent einen guten Job macht (schlecht: 64 Prozent).
Die Zusammenarbeit innerhalb der Koalition hat sich aus Sicht der Befragten ebenfalls verschlechtert. Die Einschätzung fällt damit hinter die Erwartung kurz vor der Regierungsbildung vor einem Jahr zurück: Ging im Mai 2025 rund die Hälfte (51 Prozent) davon aus, dass Union und SPD gut zusammenarbeiten werden, bezeichnen aktuell lediglich noch 18 Prozent die Kooperation innerhalb der Koalition als gut. 73 Prozent nehmen sie dagegen als schlecht wahr - dies war die Mehrheitsmeinung unter Anhängern aller Parteien.
Bei der Beurteilung von Politikerinnen und Politikern nach Sympathie und Leistung liegt Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) weiter auf dem ersten Rang. Er wird auf der Skala von plus 5 bis minus 5 mit einem Durchschnittswert von 1,7 bewertet. Mit großem Abstand folgen Neuzugang Cem Özdemir von den Grünen mit 0,9 und Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) mit 0,3.
Danach beginnt der Negativbereich: Lars Klingbeil (SPD) kommt auf minus 0,4, Bärbel Bas (SPD) auf minus 0,6, Heidi Reichinnek (Linke) auf minus 0,8 und Markus Söder (CSU) auf minus 0,9. Kanzler Merz rutscht von Platz fünf auf Platz acht mit seiner bisher schlechtesten Bewertung von minus 1,1.
Die Umfrage zum "Politbarometer" wurde von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen ausgeführt. Die Interviews wurden vom 14. bis 16. April 2026 bei 1355 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch und online erhoben. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent bei plus/minus drei Prozentpunkten und bei einem Anteilswert von zehn Prozent bei plus/minus zwei Prozentpunkte.
A.Malone--AMWN