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Einen Monat vor Wahl: Tote und Verletzte bei Bombenanschlag in Kolumbien
Gut einen Monat vor der Präsidentschaftswahl in Kolumbien sind bei einem Bombenanschlag in dem südamerikanischen Land mindestens 14 Menschen getötet und 38 weitere verletzt worden. Die Explosion am Samstag auf einer Straße in der unruhigen westlichen Region Cauca habe etwa ein Dutzend Fahrzeuge erfasst, teilten die Behörden mit. Staatschef Gustavo Petro machte den Anführer abtrünniger Mitglieder der früheren Guerrilla-Organisation Farc für die Tat verantwortlich.
"Bis jetzt gibt es 14 Tote und mehr als 38 Verletzte, darunter fünf Minderjährige", erklärte der Gouverneur der Region Cauca, Octavio Guzmán, am Samstag (Ortszeit) im Onlinedienst X. Er hatte zunächst von mindestens sieben Toten und 20 Verletzten gesprochen. Aus Polizeikreisen verlautete, es werde noch nach Vermissten gesucht.
Auf Bildern der Nachrichtenagentur AFP waren am Anschlagsort leblose Körper und zerstörte Fahrzeuge zu sehen. Die Explosion hinterließ einen riesigen Krater in der Straße. In Online-Netzwerken schilderten Menschen, dass sie durch die Wucht der Explosion mehrere Meter weit durch die Luft geschleudert worden seien.
Der Kaffeebauer Francisco Javier Betancourt, der Augenzeuge der Explosion wurde, sagte AFP, er habe Angst. "Schau, wohin das Land geraten ist", fügte er hinzu.
Kolumbiens linksgerichteter Präsident Petro schrieb die Gewalttat "Terroristen, Faschisten und Drogenschmugglern" zu. "Ich will die besten Soldaten, um sie zu stellen", fügte er im Onlinedienst X hinzu. Konkret machte der Staatschef Iván Mordisco, den Anführer der Splittergruppe Farc-Dissidenten und meistgesuchten Verbrecher des Landes, für die Tat verantwortlich. Die Farc-Dissidenten erkennen ein 2016 erzieltes Friedensabkommen nicht an und säen weiter Gewalt in Kolumbien.
Petro hat Mordisco wiederholt mit dem berüchtigten früheren Drogenbaron Pablo Escobar verglichen. Für Mordisco gilt ein Kopfgeld in Höhe von umgerechnet rund 855.000 Euro.
Im Vorfeld der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 31. Mai ist die Lage in Kolumbien angespannt. Erst am Freitag waren bei einem Anschlag auf einen Militärstützpunkt in der Region Cali zwei Menschen verletzt worden.
In den Regionen Cauca und Cauca-Tal gab es nach Angaben des Verteidigungsministeriums zudem 26 bewaffnete Angriffe innerhalb von zwei Tagen. Verteidigungsminister Pedro Sánchez kündigte am Samstag eine Verstärkung der Militär- und Polizeipräsenz in den betroffenen Gebieten an.
Die Sicherheit im Land ist eines der großen Wahlkampfthemen. Alle drei aussichtsreichen Anwärter für das Präsidentenamt haben nach eigenen Angaben Morddrohungen erhalten und umfangreiche Maßnahmen für ihren Schutz ergriffen.
Kolumbien leidet seit Jahrzehnten unter bewaffneten Konflikten, an denen neben der Armee und linken Guerillagruppen auch rechte Paramilitärs und Drogenbanden beteiligt sind. Viele der bewaffneten Gruppen Kolumbiens, die einst linken oder rechten Ideologien anhingen, sind heute kriminelle Banden, die sich insbesondere durch den lukrativen Kokainhandel finanzieren. Kolumbien ist der größte Kokainproduzent der Welt.
Nach seinem Amtsantritt 2022 hatte Petro sich erfolglos darum bemüht, mit den größten bewaffneten Gruppen im Land Friedensabkommen zu verhandeln.
F.Schneider--AMWN