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Erneute israelische Angriffswelle im Süden des Libanons: Mindestens acht Tote
Die israelische Armee hat ihre heftigen Angriffe im Libanon am Mittwoch fortgesetzt. Die Luftangriffe richteten sich gegen Ziele der "Terrorinfrastruktur" der pro-iranischen Hisbollah-Miliz in mehreren Gebieten des südlichen Libanon, erklärte die Armee. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete mindestens acht Tote durch israelische Angriffe auf eine stark befahrene Straße südlich von Beirut, darunter zwei Kinder.
Insgesamt wurden nach Angaben des Ministeriums drei Fahrzeuge etwa 20 Kilometer südlich der Hauptstadt getroffen. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete von einem ausgebrannten Auto und Rettungskräften, die mindestens eine Leiche bargen. Bereits am Samstag waren zwei Wagen auf einer Fernstraße durch israelischen Beschuss getroffen worden.
Die israelische Armee hatte am Mittwochvormittag die Bewohner von sechs Dörfern in der Region rund um die Küstenstadt Tyros zur Evakuierung aufgerufen, wie sie dies üblicherweise vor neuen Luftangriffen tut.
Am Dienstag waren nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums bei israelischen Angriffen im Süden des Landes 13 Menschen getötet und 16 weitere verletzt worden. Allein bei einem Angriff auf Nabatijeh seien fünf Menschen getötet worden. In Schebschit wurden demnach vier Menschen getötet, darunter ein Soldat und ein syrischer Staatsangehöriger. In Bint Dschbeil seien vier Zivilisten getötet worden, darunter ein Kind.
Die israelische Armee hatte zuletzt ihre Angriffe auf Ziele der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz im Libanon verstärkt. Zwischen Israel und dem Libanon gilt zwar seit drei Wochen offiziell eine Waffenruhe - diese wird aber von der Hisbollah nicht anerkannt. Die Miliz beschießt weiterhin Ziele in Israel und verübt Angriffe auf israelische Soldaten im Südlibanon. Dem Waffenruhe-Abkommen zufolge hat Israel das Recht, gegen "geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe" vorzugehen.
Die Vereinigten Arabischen Emirate gaben am Mittwoch bekannt, 16 Libanesen und fünf libanesische Organisationen wegen mutmaßlicher Verbindungen zur Hisbollah auf eine Terrorliste gesetzt zu haben. Wie die staatliche emiratische Nachrichtenagentur berichtete, sollten die Vermögenswerte der Betroffenen innerhalb von 24 Stunden eingefroren werden.
Bei den israelischen Luftangriffen auf den Libanon wurden seit Inkrafttreten der Waffenruhe nach neuen offiziellen Angaben insgesamt 380 Menschen getötet. Auf israelischer Seite wurden seit der Waffenruhe nach Armeeangaben fünf Soldaten getötet.
Parallel dazu laufen erstmals seit Jahrzehnten direkte Friedensverhandlungen zwischen dem Libanon und Israel. Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, lehnt die direkten Gespräche zwischen den Nachbarländern ab.
Mit Angriffen auf Israel hatte die Hisbollah den Libanon Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei feuerte die von Teheran finanzierte Schiitenmiliz Raketen auf Israel ab. Israel flog daraufhin massive Angriffe auf Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.
A.Rodriguezv--AMWN