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Rüstungsdeal: Bund steigt mit 40 Prozent bei Leopard-2-Hersteller KNDS ein
Der Bund steigt mit 40 Prozent bei dem deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS ein, der unter anderem den Kampfpanzer Leopard 2 herstellt. Laut der Verständigung über die Beteiligung des Bundes soll der Anteil zunächst 40 Prozent betragen, hieß es am Mittwochabend aus Regierungskreisen in Berlin. Der Bund erhalte "im Unternehmen die gleichen Rechte wie der französische Staat". Mit welcher Summe der Bund einsteigt, verlautete nicht.
Weiter hieß es aus Regierungskreisen, es bestehe "die feste Absicht", die 40-Prozent-Beteiligung "in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren auf 30 Prozent der Anteile zu reduzieren". Nach Möglichkeit solle auch Frankreich seinen Anteil verringern. Die gleichen Rechte bei der Unternehmensführung wie bei Frankreich bleiben der Vereinbarung zufolge auch bei einer Verringerung des deutschen Anteils erhalten. Die Federführung bei dem Geschäft übernimmt den Angaben zufolge das Bundeswirtschaftsministerium.
Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung über den Einstieg der Bundesregierung bei KNDS nach monatelangen Verhandlungen berichtet. Mit dem 40-Prozent-Anteil zieht Deutschland demnach mit Frankreich gleich. Hintergrund des Milliardendeals ist dem Bericht zufolge der geplante Ausstieg der deutschen Eigentümerfamilien Wegmann-Holding, die ihre Anteile verkaufen wollten. Der KNDS-Konzern wird in Finanzkreisen demnach aktuell mit 18 bis 20 Milliarden Euro bewertet.
Laut seiner Website hat der Rüstungskonzern, der auch das Militärtransportfahrzeug Boxer sowie Artillerie und Munition herstellt, mehr als 11.000 Beschäftigte und einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro. 2024 belief sich der Auftragsbestand demnach auf 23,5 Milliarden Euro.
In Deutschland unterhält KNDS elf seiner weltweit 34 Standorte. Werke gibt es nach Unternehmensangaben in Hamburg, den nordrhein-westfälischen Städten Remscheid und Mühlheim an der Ruhr und im thüringischen Ebeleben. In Frankreich gibt es zehn KNDS-Standorte.
Die Bundeswehr, die unter anderem den Leopold-2-Kampfpanzer von KNDS nutzt, hat derzeit einen großen Beschaffungsbedarf. Schließlich soll Deutschland nach dem Willen der Bundesregierung bis 2039 die "stärkste konventionelle Armee in Europa" stellen. Laut einem Ende April veröffentlichten Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts (Sipri) erhöhten sich die deutschen Rüstungsausgaben im Vergleich zum Vorjahr bis Ende 2025 inflationsbereinigt um 24 Prozent auf 114 Milliarden Dollar (100,7 Milliarden Euro nach damaligem Umrechnungskurs).
Auch seine Rolle als weltweiter Waffenexporteur hat Deutschland in den vergangenen fünf Jahren deutlich ausgebaut. Laut einem Sipri-Bericht vom März rückte die Bundesrepublik im Zeitraum von 2021 bis 2025 in der Rangliste der wichtigsten Exporteure schwerer Waffen vom fünften auf den vierten Platz vor und überholte damit China.
Ch.Kahalev--AMWN