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Ungesunder Waldbrand-Rauch aus Kanada vernebelt New York und Chicago
Wegen starker Waldbrände in Kanada vernebelt dichter Rauch nun auch US-Millionenstädte wie New York und Chicago. Die Skyline des New Yorker Stadtteils Manhattan war am Donnerstag eingehüllt in dichten Dunst. Das am Michigan-See gelegene Chicago schloss wegen der extrem hohen Feinstaubbelastung seine Strände, obwohl die Menschen bei hohen Temperaturen nach Abkühlung suchten. Millionen Menschen waren der schlechten Luftqualität ausgesetzt.
Nachdem am Mittwoch die kanadische Metropole Toronto wegen des starken Rauchs in apokalyptisches Gelb getaucht war, waren am Donnerstag die an Kanada angrenzenden US-Bundesstaaten Minnesota, Wisconsin, Michigan und Illinois besonders betroffen. In Chicago und anderen US-Städten im Grenzgebiet gaben die Behörden eine Gesundheitswarnung aus. Der Luftqualitätsindex sank dort auf die niedrigste von sechs Stufen.
Nach Angaben des Unternehmens IQAir waren Chicago und Detroit am Donnerstagabend weltweit die Städte mit der höchsten Luftverschmutzung - dicht gefolgt von New York.
In Chicago musste ein Fußballspiel der US-Profiliga MLS mit rund 40.000 Zuschauern verschoben werden - nur wenige Tage vor dem Finale der Fußball-Weltmeisterschaft, das am Sonntag im MetLife Stadion in New Jersey ausgetragen wird - also unmittelbar vor den Toren New Yorks.
Die Behörden im Großraum von New York riefen die Menschen dazu auf, wegen der Feinstaubbelastung so wenig Zeit wie möglich im Freien zu verbringen. Bürgermeister Zohran Mamdani warnte vor einer "ernsten Bedrohung" durch Hitze und schlechte Luft. Öffentliche Bibliotheken und Bahnhöfe verteilten kostenlos Masken. Hunderte Kühlzentren wurden überall in der Stadt geöffnet für Menschen ohne Zugang zu einer Klimaanlage.
Die Stadtverwaltung warnte, es könne sich um die schlimmste Rauchbelastung seit 2023 handeln, als der Himmel über New York sich wegen Waldbränden in Kanada orange gefärbt hatte und der Index für Luftqualität auf das gefährliche Niveau von 465 gestiegen war.
Dieser Wert wurde am Donnerstagnachmittag mit rund 700 von den Städten Detroit, Chicago und Toledo im Bundesstaat Ohio übertroffen, wie Messungen der US-Umweltschutzbehörde ergaben.
"Unsere Brust fühlt sich eng an", sagt Erin Lucey, Angestellte einer Farm für Bio-Gemüse in Wisconsin, nach der morgendlichen Ernte von Zucchini, Bohnen und Gurken. Wegen der trüben, rauchigen Luft in der Region tragen die Beschäftigten trotz schwüler Hitze Masken bei der Feldarbeit.
Der Rauch in Kombination mit den erbarmungslosen Hitzewellen der vergangenen Tage und den ausgedörrten Feldern sei "unheimlich", fügte die 38-jährige Lucey hinzu. "Wir müssen alle an das empfindliche Gleichgewicht denken, in dem in einer solchen Zukunft Lebensmittel angebaut werden, und können uns nicht vorstellen, wie es hier in 100 Jahren sein wird", sagte sie.
"Wenn die Menschen wie wir draußen arbeiten würden und das alles sehen würden, wenn sie nicht den Komfort einer Klimaanlage hätten, würden wir viel schneller Änderungen durchsetzen, um etwas gegen die Klimakrise zu tun", fügte sie hinzu.
In den vergangenen Tagen hatte sich die Waldbrandsituation in der kanadischen Provinz Ontario verschärft, die Metropole Toronto meldete die schlechteste Luftqualität weltweit.
Jüngsten Daten zufolge lodern mehr als 130 aktive Brände im Nordwesten von Ontario, mindestens 60 davon sind nicht unter Kontrolle. Der Provinzpolizei zufolge wurden 15 Gemeinden evakuiert. "Mehr als 150 Feuerwehrteams und fast 50 Löschflugzeuge arbeiten rund um die Uhr, um die Kommunen vor den Feuern im Norden Ontarios zu schützen", erklärte der Regierungschef von Ontario, Doug Ford, im Onlinedienst X.
Bislang gingen mindestens 1,9 Millionen Hektar in Flammen auf, das entspricht fast der Fläche von Sachsen-Anhalt. Die Brände fielen mit einer Hitzewelle zusammen, die sich vom Westen der USA bis an die Ostküste und nach Kanada ausdehnte.
F.Dubois--AMWN