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Perus neue Präsidentin Fujimori: Militär übernimmt Kontrolle in Gebieten mit hoher Kriminalität
Perus neue Präsidentin Keiko Fujimori hat unmittelbar nach ihrem Amtsantritt den Ausnahmezustand verhängt. Das Militär solle während dieser Zeit "vorübergehend die Kontrolle" in den Kriminalitätshochburgen des südamerikanischen Landes übernehmen, verkündete Fujimori unmittelbar nach ihrer Vereidigung am Dienstag. Die Streitkräfte sollen demnach in Regionen mit hoher Bandenkriminalität, Drogenhandel und illegalem Bergbau wieder für "Ordnung" sorgen. Sie wolle diese Gebiete "den Bürgern zurückgeben", sagte Fujimori.
Die Ankündigung war die erste Amtshandlung der 51-Jährigen. Sie war kurz zuvor in der Hauptstadt Lima für eine fünfjährige Amtszeit vereidigt worden.
An der Zeremonie nahmen mehrere lateinamerikanische Staats- und Regierungschefs teil, darunter Argentiniens Präsident Javier Milei, Chiles Staatschef José Antonio Kast und Boliviens Präsident Rodrigo Paz. Eine Gruppe linker Abgeordneter verließ aus Protest den Saal während der Amtseinführung.
Die neue Präsidentin ist die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori, der Peru von 1990 bis 2000 mit harter Hand regierte und die Politik seiner Tochter bis heute prägt. Keiko Fujimori trat bereits zum vierten Mal in Folge bei einer Präsidentschaftswahl an. Sie ist Perus neuntes Staatsoberhaupt binnen zehn Jahren.
Die Stichwahl am 7. Juni gewann sie nach Angaben der Wahlbehörde mit einem Vorsprung von weniger als 50.000 Stimmen gegen ihren linksgerichteten Rivalen Roberto Sánchez. Fujimori bekam laut dem amtlichen Endergebnis 50,13 Prozent der Stimmen, Sánchez 49,86 Prozent. Der linksgerichtete Politiker hat seine Niederlage bisher nicht anerkannt und will sie anfechten.
Fujimori hatte bereits im Wahlkampf ein hartes Durchgreifen gegen Kriminalität und Einwanderung angekündigt. "Peru muss die Ordnung auf den Straßen, in den Institutionen und im Staat wiederherstellen", sagte sie bei der Verkündung ihres Wahlsiegs Anfang Juli.
"Sie wird ein Abbild ihres Vaters sein", sagte der Rentner Cesar Fuentes der Nachrichtenagentur. Er befürchtet, dass das angekündigte Durchgreifen gegen Kriminalität in Machtmissbrauch endet. Die 68-Jährige Nelly Vega hofft hingegen, Fujimori werde das Land "zu etwas besserem führen", sagte sie AFP-Reportern. "Wir leben in einem Land mit viel Terror."
G.Stevens--AMWN