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Nach mehrtägiger Pause: USA greifen Iran wieder direkt an
Nach fast einwöchiger Pause hat die US-Armee den Iran erstmals wieder direkt angegriffen. Das zuständige US-Regionalkommando Centcom erklärte, die Streitkräfte hätten Stellungen der iranischen Revolutionsgarden in der Nacht zum Donnerstag mit einer "massiven Angriffswelle" überzogen. Jordanien meldete daraufhin erneut Raketenangriffe aus dem Iran. In Ägypten setzte eine zunächst nicht näher identifizierte Drohne zwei Flüssiggastanker in Brand.
Die iranischen Revolutionsgarden teilten am Donnerstag mit, drei ihrer Mitglieder seien bei US-Angriffen im Nordwesten des Landes getötet worden. Sie seien bei "brutalen Angriffen" in der Provinz Sandschan getötet worden, erklärten die Garden laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tasnim.
Nach iranischen Medienberichten attackierte die US-Armee außerdem die Insel Keschm in der Nähe der Straße von Hormus. Dort wurden der Nachrichtenagentur Fars zufolge drei Mitglieder einer Familie getötet: der Vater, die Mutter und ihr zweijähriges Kind. Zwei weitere Kinder seien verletzt worden. Zudem trafen die Angriffe nach Angaben der Nachrichtenagentur Irna mehrere Ziele in der südwestlichen Region Chusestan, darunter Gebiete rings um die Städte Abadan, Schadegan, Arwandkenar und Ahwas.
Am Tag zuvor hatten die USA und Saudi-Arabien bereits pro-iranische Milizen im Irak angegriffen. Nach Angaben der Miliz Hasched al-Schaabi (Volksmobilisierungskräfte) wurden dabei 20 ihrer Mitglieder getötet und weitere 32 verletzt. Unter den Toten waren demnach fünf Iraner.
Die US-Streitkräfte reagierten in der Nacht zum Donnerstag nach eigenen Angaben auf "iranische Angriffsversuche auf im Nahen Osten stationierte US-Streitkräfte" am Vortag. Das Regionalkommando hatte dazu erklärt, dass der Iran einen "Überraschungsangriff" auf US-Truppen in Jordanien versucht habe. Dieser sei aber abgewehrt worden.
Auch am Donnerstag meldete die jordanische Armee erneut iranische Raketenangriffe. Die Luftabwehr habe fünf Raketen, die Jordanien zum Ziel gehabt hätten, "abgefangen und abgeschossen", erklärte ein Sprecher der jordanischen Armee. Opfer wurden demnach nicht verzeichnet.
Der Golfstaat Kuwait meldete ebenfalls einen iranischen Luftangriff. Dabei sei das Gebäude einer chinesischen Firma getroffen und ein Beschäftigter getötet worden, teilte das kuwaitische Verteidigungsministerium mit. In Kuwait befinden sich wie in Jordanien ebenfalls US-Militärbasen.
US-Präsident Trump hatte am Mittwoch mit einer "harten" Reaktion auf die iranischen Angriffe gedroht, wie der Sender Fox News berichtete. Ein Journalist des Senders zitierte den Präsidenten mit den Worten: "Wir werden sie hart treffen. Sie werden Prügel beziehen." Trump habe zudem gedroht: "Wir werden sie verdammt windelweich prügeln." Wenig später starteten die US-Streitkräfte die neuen Angriffe auf den Iran - die ersten seit knapp einer Woche.
Trotz der gegenseitigen Angriffe hielten die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington nach Angaben des Vermittlers Pakistan an. "Die Verhandlungen zwischen den Parteien laufen weiter, insbesondere zur Straße von Hormus und zur Deeskalation", sagte der pakistanische Außenamtssprecher Tahir Andrabi vor Journalisten in Islamabad.
In Ägypten löste ein Drohnenangriff am Mittwoch nach Regierungsangaben einen Brand auf zwei Flüssiggastankern im Hafen Damietta aus. Bislang habe niemand die Verantwortung für den Angriff übernommen, erklärte die Regierung in Kairo. Verletzt wurde niemand, der Hafenbetrieb läuft nach Angaben der Behörden inzwischen vollständig weiter. Es war der erste Angriff auf Energieanlagen in Ägypten seit Beginn des Krieges.
Derweil mussten zwei Öltanker in der Straße von Hormus iranischen Angaben zufolge umkehren, nachdem einer von ihnen in Brand geraten war. Die Tanker hätten versucht, "die Straße von Hormus über die unsichere südliche Route zu verlassen", erklärten die iranischen Revolutionsgarden. Dazu seien sie "durch US-Flugzeuge ermutigt" worden. "Nachdem auf einem von ihnen ein großer Brand ausgebrochen war, kehrten beide Schiffe schnell um", erklärten die Revolutionsgarden.
Die Revolutionsgarden bekräftigten außerdem erneut ihren Anspruch auf die Meerenge, in der eigentlich internationales Seerecht gilt. Die Seestraße könne nicht wieder geöffnet werden, "solange die überzogene Rhetorik und die Drohungen von US-Vertretern sowie ihre Einmischung in die maritimen Bewegungen in der Region andauern", warnten sie.
Die strategisch und ökonomisch wichtige Meerenge zwischen dem Iran und Oman ist einer der Hauptstreitpunkte im Krieg zwischen dem Iran und den USA. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und gehört zu den wichtigsten Handelswegen für Öl und Flüssiggas. Der Iran besteht darauf, dass Schiffe die Meerenge nur auf einer von ihm vorgegebenen Route passieren, außerdem will er Transitgebühren einziehen.
Nach einer kurzfristigen Entspannung hatte der Iran die Straße von Hormus zuletzt de facto wieder geschlossen. Die USA erneuerten daraufhin ihrerseits eine Blockade iranischer Häfen.
B.Finley--AMWN