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Libanons Präsident ruft nach neuen israelischen Angriffen USA um Hilfe an
Angesichts neuer israelischer Angriffe im Süden des Libanon hat Präsident Joseph Aoun die USA und die internationale Gemeinschaft zu "dringendem Handeln" aufgerufen. Die jüngsten Angriffe, bei denen nach libanesischen Angaben vier Menschen getötet wurden, seien "eine gefährliche Eskalation", erklärte Aoun am Sonntag. Die israelische Armee hatte ihre neuen Angriffe mit Drohnen-Attacken der Hisbollah-Miliz auf ihre Soldaten begründet.
Bei den israelischen Angriffen wurden nach Angaben des Gesundheitsministerium in Beirut am Sonntag zwei Frauen in der Stadt Arab Salim getötet und zwei weitere Menschen in Nabatije. Weitere 20 Menschen seien verletzt worden, darunter mehrere Frauen und drei Kinder. Ein stillgelegtes Krankenhaus wurde laut Gesundheitsministerium "komplett zerstört" und mehrere Regierungsgebäude beschädigt.
Präsident Aoun verurteilte die Angriffe als "neue Eskalation", die staatliche libanesische Institutionen und Gesundheitseinrichtungen erreicht habe. Er rief insbesondere die USA um Hilfe an. Unter Vermittlung der Vereinigten Staaten hatten sich Israel und der Libanon Ende Juni auf eine Rahmenvereinbarung geeinigt, die den Weg für ein endgültiges Friedensabkommen zwischen den beiden Nachbarländern ebnen soll.
Die israelische Armee teilte mit, "Terroristen" der vom Iran unterstützten Schiitenmiliz Hisbollah hätten zwei Drohnen auf im Südlibanon stationierte israelische Soldaten abgefeuert. Es seien keine Soldaten zu Schaden gekommen, der Vorfall sei aber ein "eklatanter Verstoß", weshalb mit Gegenangriffen reagiert werde.
Ferner erklärten die israelischen Streitkräfte, dass sie Hisbollah-Mitglieder und die Infrastruktur der Miliz ins Visier genommen hätten. Darunter seien Waffenlager und "terroristische Strukturen" gewesen sowie eine "Hisbollah-Kommandozentrale in einem Gebäude, das zuvor als Krankenhaus genutzt worden war".
Zuvor hatte die Armee Bewohner in einem Viertel von Arab Salim aufgefordert, die Gegend wegen unmittelbar bevorstehender Angriffe zu verlassen. "Sie befinden sich in der Nähe einer Einrichtung der Terrororganisation Hisbollah", hieß es in einer auf Arabisch verfassten Mitteilung im Onlinedienst Telegram. Für andere am Sonntag angegriffene Orte wurde keine Vorab-Warnung herausgegeben.
Nach Angaben der libanesischen Armee wurde zunächst ein anderes Haus in Arab Salim zerstört, wobei die beiden Frauen getötet wurden, und dann das in der Warnung erwähnte Gebäude angegriffen. Einem Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP zufolge handelte es sich dabei um eine Villa, die ebenfalls zerstört wurde. Der Bruder des Besitzers sagte AFP, das Gebäude sei unbewohnt gewesen.
Die libanesische Nachrichtenagentur NNA Armee berichtete zudem von weiteren Angriffen in Nabatije, darunter auf ein historisches Gebäude und Verwaltungssitze.
Der Libanon war im März in den Iran-Krieg hineingezogen worden, als die Hisbollah-Miliz Israel vom Libanon aus angegriffen hatte. Israel reagierte mit Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Libanesischen Angaben zufolge wurden seither mehr als 4300 Menschen durch die israelischen Angriffe getötet. Die israelische Armee hat einen von der Grenze zehn Kilometer ins Land reichenden Abschnitt im Südlibanon zur "Sicherheitszone" erklärt, in der sie Soldaten stationiert hat.
L.Harper--AMWN