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Neue Angriffe auf Kiew nach Ende von Feuerpause - Selenskyj hofft auf baldige Verhandlungen
Russland hat seine Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew nach einer dreitägigen Feuerpause wieder aufgenommen. Bei den Attacken seien mindestens zwei Menschen getötet worden, teilte Kiews Militärverwaltung am Dienstagmorgen mit. Die Angriffe erfolgten einen Tag nach Abreise der US-Sondergesandten aus Kiew. Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj äußerte die Hoffnung auf ein baldiges Treffen mit US-Präsident Donald Trump und die Wiederaufnahme gemeinsamer Gespräche mit den USA und Russland im September.
Die russischen Angriffe verursachten laut Behörden Schäden an Gebäuden in der gesamten Hauptstadt, darunter an einem fünfstöckigen Wohnhaus im Bezirk Solomjanskyj. Im Bezirk Podilskyj gerieten demnach Fahrzeuge in Brand. Nach Angaben der Militärverwaltung gab es mindestens zwei Todesopfer und sieben Verletzte. Auch in mehreren anderen Regionen in der gesamten Ukraine wurde Luftalarm ausgelöst.
Es waren die ersten russischen Angriffe seit dem Ende einer dreitägigen Feuerpause. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten am frühen Dienstagmorgen mehrere heftige Explosionen in Kiew. Später wurde der Luftalarm in der Hauptstadt wieder aufgehoben.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha verurteilte die neuerlichen Luftangriffe. Russland habe "unmittelbar nach der Abreise der US-Gesandten "einen weiteren massiven und schrecklichen Angriff auf Kiew gestartet", schrieb Sybiha im Onlinedienst X. "Seine ballistischen Raketen sagen mehr aus als seine Reden über Diplomatie", fügte er mit Blick auf den russischen Staatschef Wladimir Putin hinzu.
Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass hatte zuvor bestätigt, dass die von Putin angeordnete Angriffspause abgelaufen sei. Russland hatte seine Angriffe auf Kiew wegen des Besuchs der US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff für drei Tage eingestellt.
Die beiden Sondergesandten von US-Präsident Trump waren am Wochenende nach Russland und erstmals auch in die Ukraine gereist, um beiden Seiten neue Vorschläge für eine Beendigung des Konflikts vorzulegen. Kushner und Witkoff trafen sich am Samstag in Moskau mit Russlands Staatschef Putin und tags darauf mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj in Kiew.
Witkoff bezeichnete die Gespräche in Moskau und Kiew über eine Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine am Montag als erfolgreich. Zudem stellte er die Möglichkeit neuer trilateraler Friedensgespräche in Aussicht.
Die Ukraine strebt nach Angaben Selenskyjs eine Wiederaufnahme der Verhandlungen im Herbst an. "Wenn es im September klappt, wäre das großartig", sagte der ukrainische Präsident. "Je früher, desto besser."
Russland hatte sich am Montag offen für neue gemeinsame Gespräche mit der Ukraine und den USA gezeigt. Es sei aber noch zu früh, um über einen möglichen Ort oder genaue Termine für solche Treffen zu sprechen, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.
Die USA versuchen seit Trumps Wiedereinzug ins Weiße Haus, ein Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Ukraine-Kriegs zu erreichen. Bisherige Gesprächsrunden unter Beteiligung von Unterhändlern der USA, Russlands und der Ukraine brachten jedoch keinen Durchbruch.
Russland führt seit Februar 2022 Krieg gegen die Ukraine. Russland verstärkte zuletzt seine Angriffe auf Kiew und greift dabei zunehmend auch tagsüber an.
Zur Stärkung der ukrainischen Luftabwehr sagte Großbritannien Kiew am Dienstag ein neues Rüstungspaket zu. Die Ukraine werde noch vor dem Winter Patriot-Raketen sowie großkalibrige Artilleriegeschosse und Drohnen erhalten, teilte das Verteidigungsministerium in London mit.
Selenskyj will bei den USA um weitere Unterstützung werben. Er hoffe auf Treffen mit Trump noch in diesem Monat, um über ein US-Paket zur Stärkung der ukrainischen Luftabwehr zu sprechen, sagte der ukrainische Präsident. Er gehe davon aus, dass das Treffen nach dem 20. September stattfinden werde.
Die Ukraine ist auf die Patriot-Systeme aus US-Produktion angewiesen, um sich gegen die massiven russischen Luftangriffe zu schützen. Kiew hat aber einen zunehmenden Mangel an den Abfangraketen gemeldet, seitdem die USA im Februar den Iran-Krieg begonnen und ihre Raketenlieferungen in die Golfregion umgeleitet haben.
Über die weitere Unterstützung Kiews wird auch am Dienstagnachmittag bei einer virtuellen Sitzung der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe beraten. An den Gesprächen nehmen unter anderen Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), sein britischer Kollege Wes Streeting, der neue ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara sowie Nato-Generalsekretär Mark Rutte und der US-Verteidigungsstaatssekretär Elbridge Colby teil.
A.Malone--AMWN