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Iran verstärkt Vergeltungsangriffe auf US-Ziele in der Golfregion
Der Iran hat seine Angriffe auf US-Ziele in der Golfregion nach neuen US-Angriffen auf seine Öltanker deutlich verstärkt - und damit die USA und seine regionalen Verbündeten tiefer in den Krieg hineingezogen. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten am Mittwoch laut Staatsmedien, sie hätten 20 US-Schiffe bei deren Versuch angegriffen, die strategisch wichtige Straße von Hormus zu passieren. Jordanien meldete den Abschuss von 18 iranischen Raketen. Die US-Armee hatte zuvor mitgeteilt, bei einem Vergeltungsangriff fünf iranische Öltanker zerstört zu haben.
Es seien "zwei US-Schiffe, acht Öltanker und zehn Schiffe" angegriffen worden, die sich "nicht an die Vorschriften" gehalten hätten, meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf die mächtigen Revolutionsgarden. Die Schiffe hätten versucht, "die gesperrte und unsichere Zone der Straße von Hormus zu durchqueren.
Die Straße von Hormus ist enorm wichtig für den weltweiten Handel mit Öl und Gas. Die wichtige Meerenge wird seit Beginn des Krieges Ende Februar weitgehend von Teheran kontrolliert. Washington seinerseits treibt Sanktionen voran, um den Iran wirtschaftlich unter Druck zu setzen.
Erst am Dienstag verschärften die USA ihre Sanktionen gegen den Iran weiter: Das US-Finanzministerium verhängte Strafmaßnahmen gegen alle iranischen Fluggesellschaften, die bisher noch nicht von solchen betroffen waren. Sie richten sich gegen insgesamt 36 iranische Airlines und Unternehmen der Luftfahrtbranche in Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Türkei, Malaysia und Kasachstan.
Vor den jüngsten Angriffen am Mittwoch hatten die iranischen Revolutionsgarden angekündigt, nach US-Angriffen auf seine Schiffe Vergeltungsangriffe auf Öltanker vor Kuwait und Bahrain auszuführen. Die Besatzungen riefen sie demnach zum Verlassen der Schiffe auf. Die Schiffe würden angegriffen, egal ob sie "vor Anker oder am Hafen liegen".
Die iranische Nachrichtenagentur Irna meldete zudem, die Revolutionsgarden hätten als "Strafe" für US-Angriffe auf iranische Öltanker den vom US-Militär in Jordanien genutzten Luftwaffenstützpunkt Al-Asrak "mit massiven Raketenangriffen getroffen".
Jordanien meldete später den Abschuss von 18 aus dem Iran abgefeuerten Raketen. Die Luftabwehrsysteme des Königreichs hätten "20 ballistische Raketen abgefangen, die auf jordanisches Gebiet abgefeuert wurden", erklärte Jordaniens Armee am Mittwoch. Davon seien 18 Raketen "erfolgreich abgefangen und zerstört" worden. Zwei Raketen schlugen demnach in unbewohnten Gebieten ein. Die Raketen stammten demnach aus dem Iran.
Die US-Armee hatte zuvor mitgeteilt, bei einem Vergeltungsangriff fünf iranische Öltanker in der Golfregion zerstört zu haben. Die US-Streitkräfte hätten die Besatzungen angewiesen, die Schiffe zu verlassen, "bevor diese getroffen und manövrierunfähig gemacht" worden seien, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom am Dienstag mit. Die Angriffe seien "eine Reaktion auf die jüngsten gescheiterten Angriffe" der iranischen Revolutionsgarden mit ballistischen Raketen auf ein US-Kriegsschiff gewesen.
Auf der iranischen Insel Charg im Persischen Golf und in der Hafenstadt Dschask waren iranischen Nachrichtenagenturen zufolge am Dienstagabend Explosionen zu hören. "Das Geräusch mehrerer Explosionen wurde vor einigen Minuten in mehreren Gebieten der Insel Charg gehört", meldete die iranische Agentur Mehr. In Berichten von Fars hieß es, es habe Explosionen in "zwei Phasen in kurzem Abstand voneinander" in der Hafenstadt Dschask nahe der Straße von Hormus gegeben.
Die Nachrichtenagentur Tasnim meldete, ein Tankschiff sei von einer US-Rakete getroffen worden. "Ein kleiner iranischer Tanker wurde von einem Raketenangriff der amerikanischen terroristischen Armee ins Visier genommen. Der Tanker wurde von einem Geschoss der amerikanischen Streitkräfte im Bereich der Ankerplätze vor der Insel Charg getroffen." Es habe keine Opfer gegeben.
Zuvor hatten die Revolutionsgarden nach eigenen Angaben eine US-Unterwasserdrohne in der Straße von Hormus beschlagnahmt. "Dieses intelligente U-Boot ist mit der weltweit neuesten Technologie für den Unterwasserbereich ausgestattet und wurde 2025 an die Flotte der US-Terroristenarmee ausgeliefert", erklärten die Garden am Dienstag. Iranische Medien meldeten, zu den Hauptfähigkeiten der Unterwasserdrohne gehörten die "Unterwasseraufklärung und -überwachung, Meeresbodenvermessung, Minensuche sowie die Inspektion von Unterseekabeln und -pipelines".
Die Ölpreise lagen am Mittwoch knapp unter der 100-Dollar-Marke. Der Preis für ein Barrel (rund 159 Liter) der Nordseesorte Brent stieg auf 99,46 Dollar (umgerechnet 85,50 Euro), während das US-Pendant West Texas Intermediate (WTI) erstmals seit Juni für 94,45 Dollar gehandelt wurde - und somit auf 95 Dollar zusteuerte.
A.Malone--AMWN