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Chile: Mehr als 280 Festnahmen bei Demonstrationen zum Gedenken an Opfer der Diktatur
Bei Demonstrationen zum Gedenken an die Opfer der Militärdiktatur von Augusto Pinochet sind in Chile mehr als 280 Menschen festgenommen worden. Sicherheitsminister Martín Arrau teilte am Samstag (Ortszeit) im Onlinedienst X mit, am Donnerstag und Freitag seien 284 Menschen festgenommen worden. Erstmals seit dem Ende der Militärdiktatur 1990 waren in diesem Jahr keine offiziellen Gedenkveranstaltungen abgehalten worden.
Der rechtsgerichtete Präsident José Antonio Kast, der sein Amt im März angetreten hatte, hatte gesagt, er könne "Geschichte nicht auslöschen" und "meine Landsleute nicht darum bitten, zu akzeptieren, dass wir durch unsere Geschichte dazu verdammt sind, nicht in die Zukunft unserer Nation blicken zu können".
Unter Pinochets Herrschaft in den Jahren 1973 bis 1990 wurden mehr als 3200 mutmaßliche Regierungsgegner ermordet und zehntausende weitere Menschen gefoltert oder inhaftiert. Pinochet starb 2006 im Alter von 91 Jahren, ohne je für die Verbrechen unter seiner Herrschaft verurteilt worden zu sein.
Im Gedenken an den Putsch von Pinochet gegen den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende am 11. September 1973 finden jährlich Demonstrationen statt. Bei den Protesten in den vergangenen Tagen warfen Demonstrierende mit Steinen und Stöcken nach Sicherheitskräften. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Nach Angaben des Sicherheitsministers Arrau gab es 198 "Gewaltvorfälle". Zivilisten seien nicht verletzt worden.
Y.Aukaiv--AMWN