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WM-Ticket und Olympia-Traum: Gaugisch sieht Entwicklung
Offiziell war es das entscheidende Qualifikationsspiel für die WM im Winter, für Emily Bölk aber eher ein "Training unter Wettkampfbedingungen". Das Ticket für die Weltmeisterschaft in Dänemark, Norwegen und Schweden (ab 30. November) war den deutschen Handballerinnen kaum noch zu nehmen, und so nutzten sie ihre Dienstreise nach Griechenland, um weitere Erkenntnisse zu sammeln.
Eine davon lautet: Die DHB-Auswahl hat auf ihrem Weg in die Weltspitze ein paar Schritte zurückgelegt. So sah es zumindest Bundestrainer Markus Gaugisch. "Wenn man sich anschaut, was wir vor einem Jahr hatten, und wenn man dann sieht, was wir jetzt als Basis abrufen können - dann sind wir echt vorangekommen", sagte Gaugisch nach dem lockeren 36:20-Sieg in Chalkida, mit dem sich sein Team einen von 32 WM-Plätzen gesichert hatte.
Zumindest an der taktischen Flexibilität konnte der haushohe Favorit nach dem 39:13 im Hinspiel weiter feilen, die 5:1-Deckung soll bei der WM eine wirkliche Alternative sein. In Griechenland funktionierte die Defensive "nicht immer optimal", wie Kapitänin Alina Grijseels zugab, "wir haben gesehen, woran wir arbeiten müssen." Gaugisch bekannte, seine Mannschaft sei noch "auf der Suche nach Besetzungen und Absprachen".
Auch individuell sieht Gaugisch Potenzial. Er forderte, dass seine Spielerinnen "die Erkenntnisse im athletischen Bereich, die wir über die Tests gewonnen haben, ernst nehmen und daran arbeiten". Gemeinsam mit den Vereinstrainern wolle er versuchen, "die individuelle Qualität voranzubringen". Denn es warten höhere Aufgaben auf der Weltbühne als gegen semiprofessionelle Griechinnen.
Über allem stand jedoch die Freude über die WM-Teilnahme und die Chance auf ein Olympia-Comeback. In Skandinavien werden die Tickets für ein Quali-Turnier für Paris 2024 vergeben, zuletzt war eine deutsche Handball-Nationalmannschaft der Frauen 2008 in Peking bei Sommerspielen dabei. "Wir brauchen die Möglichkeit, uns für die Olympischen Spiele zu qualifizieren, wir wollen in dieses Quali-Turnier", sagte Gaugisch.
Y.Nakamura--AMWN