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Pokal-Halbfinale: Wer ist denn nun der Favorit?
Die Debatte begann schon Mitte März. Damals überraschte Friedhelm Funkel mit seiner etwas eigenwilligen Sicht auf das Halbfinale im DFB-Pokal. "Die Favoritenrolle liegt ganz klar beim 1. FC Saarbrücken", sagte der Trainer des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern damals mit Blick auf Saar-Pfalz-Derby am Dienstag (20.45 Uhr/ARD und Sky) beim Drittligisten.
Trotz des Klassenunterschieds zu Gunsten des FCK war für den erfahrenen Coach diese Einschätzung nach dem Erfolg des "Pokalschrecks" im Viertelfinale gegen Borussia Mönchengladbach schlüssig: "Sie haben mit dem FC Bayern eine der besten Mannschaften in Europa geschlagen. Außerdem Eintracht Frankfurt und den Karlsruher SC besiegt, gegen den wir zu Hause 0:4 verloren haben."
Für Funkels Gegenüber Rüdiger Ziehl sind das allerdings nur Psychospielchen. "Hätte ich das heute das erste Mal gehört, hätte ich gedacht, das ist ein Aprilscherz", sagte der FCS-Coach am Ostermontag: "Für die Siege gegen Bayern, Frankfurt, Gladbach kann man sich nichts kaufen. Es ist eine nette Geschichte. Ich glaube, wir selbst wissen um die Rollenverteilung. Es ist normal, dass die Chancen gegen Kaiserslautern ein bisschen größer sind als gegen Bayern München. Aber wir wissen schon, dass Kaiserslautern Favorit ist."
Nachdem Funkel die Pressekonferenz mit Ziehl verfolgt hatte, beharrte er jedoch auf seinem Standpunkt. "Ich ändere meine Meinung nicht. Der Kollege hat eine andere Meinung. Das ist natürlich legitim", äußerte der 70-Jährige, der mit den Roten Teufeln gegen den Abstieg kämpft: "Saarbrücken hat vier überragende Pokalspiele gemacht. Wenn man diese Mannschaften aus dem Wettbewerb wirft, hat man viel Selbstvertrauen."
Ganz anders sieht es beim schwer angeschlagenen Zweitliga-Drittletzten aus der Pfalz aus. Und auch die Fans des viermaligen Meisters und zweimaligen Pokalsiegers blicken mit gemischten Gefühlen auf ein mögliches Finale in Berlin. Denn als die Roten Teufel im Jahr 1996 zuletzt den Pokal gewannen, waren sie wenige Tage zuvor zum ersten Mal aus der Bundesliga abgestiegen.
Die Tränen von Andreas Brehme im Arm von Rudi Völler sind den meisten Anhängern wesentlich präsenter als die Bilder vom Triumph gegen den Karlsruher SC. Und die Angst, dass sich Geschichte wiederholen könnte, ist allgegenwärtig in der Pfalz.
B.Finley--AMWN