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Elf Köpfe der Saison
Am Samstag endete die Saison in der Fußball-Bundesliga. Der SID hat elf Köpfe zusammengestellt, die diese Spielzeit auf verschiedene Art und Weise prägten.
Christian Streich: Das Trainer-Unikat konnte manchmal ganz schön nerven. Doch während sein Wehklagen über Schiedsrichter-Entscheidungen oder Verletzungspech der Liga nicht fehlen wird, ist der Mensch und Coach Christian Streich nicht zu ersetzen. Schließlich überzeugte er abseits des Platzes mindestens genauso wie bei seinem eigentlichen Job. Wenn es um Haltung geht, war Streich unerreicht.
Xabi Alonso: Der Baske formte ein Team, das europaweit für seinen dominanten Ballbesitzfußball bewundert wird. Die erste Meisterschaft von Bayer Leverkusen ist der verdiente Lohn. Rasant schaffte es Alonso auch deshalb in den Kreis der begehrtesten Trainer, den Lockrufen aus München oder Liverpool widerstand er - vorerst. Mindestens eine weitere Saison bleibt der Erfolgscoach der Werkself erhalten.
Florian Wirtz: Ein ums andere Mal sorgte der Ausnahmekönner für besondere Moment, immer wieder drückte der Zauberfuß dem Leverkusener Spiel seinen Stempel auf. Wirtz ist gerade einmal 21 Jahre alt, und dennoch der überragende Spieler dieser Saison. Neben Granit Xhaka gehört er zu den wichtigsten Stützen bei Bayer. Und: Wirtz ist im DFB-Team fest eingeplant für die EM-Startelf.
Harry Kane: Satte 100 Millionen Euro gab der FC Bayern für den Toptorjäger aus - und der 30-Jährige war der allerletzte, der an der missratenen Saison schuld war. Insgesamt 44 Pflichtspieltreffer erzielte Englands Teamkapitän. Trotzdem blieb ein Makel: Kane kann in seiner Karriere einfach keine Titel gewinnen - auch nicht in München.
Max Eberl: Als der 50-Jährige am 1. März offiziell seinen Posten als Sportvorstand in München antrat, hatte er sich den anspruchsvollen Job trotz aller da schon ersichtlichen Probleme sicher anders vorgestellt. Seitdem ist Eberl als Krisenmanager gefragt. Die leidige Trainersuche und der Umbruch des überteuerten Kaders sind Mammutaufgaben. Verschuldet haben die Misere seine Vorgänger, ausbaden muss sie Eberl.
Deniz Undav: Eines der Gesichter des völlig unerwarteten Stuttgarter Höhenflugs vom Beinahe-Abstieg in die Champions League - und eines der sympathischsten. Der beste deutsche Torjäger der Liga (18 Treffer) hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Legendär sein Bekenntnis zum DFB im Dezember: "Einigkeit und Recht und Freiheit!"
Jan-Niklas Beste: Der Mann mit dem markanten Bart ist mit 21 Scorerpunkten neben Torjäger Tim Kleindienst und Trainer Frank Schmidt einer der Protagonisten des sensationellen Heidenheimer Klassenerhalts. Sein Aufstieg führte ihn sogar bis in die Nationalelf, für die EM allerdings reichte es nicht. Beste ahnte es: Er hat für den Turnier-Zeitraum Urlaub gebucht.
Marco Reus: Der Abschied fällt schwer. Marco Reus verlässt Borussia Dortmund als Ikone des Vereins - zwar ohne Meistertitel, aber darüber redet niemand mehr, sollte es am 1. Juni sogar der Champions-League-Triumph werden. Wie es dann weitergeht, hat Reus noch nicht entschieden: Die USA liegen nahe, auch in Saudi-Arabien soll es Interesse geben.
Steffen Baumgart: Bis zuletzt hatte Baumgart um die Wende gekämpft, doch ausgerechnet mit einer ernüchternden Niederlage bei seinem Ex-Klub Union Berlin endete die Zeit als Trainer des 1. FC Köln. Kurz vor Weihnachten machte der vom Abstieg bedrohte FC das Aus Baumgarts bekannt, noch zu Saisonbeginn hätte sich kaum jemand vorstellen können, dass die erfolgreiche Ära ein solch abruptes Ende finden würde. Baumgart zog es wenig später zum Hamburger SV, doch mit seinem Herzensklub verpasste er den Aufstieg in die Bundesliga.
Robin Gosens: Robin Gosens hat einen freien Sommer. Nach einer chaotischen Saison mit Union Berlin kann der Abwehrspieler die Auszeit gebrauchen, gewünscht hat er sie sich aber nicht. Mit der Absicht, seine Chancen auf die Heim-EM zu vergrößern, war Gosens von Inter Mailand nach Köpenick gewechselt. Die Nominierung blieb aus. Die gemeinsame Zeit bei Union begann in der Champions League und endete im Abstiegskampf. Gosens steht damit sinnbildlich für eine verkorkste Saison der Berliner, in der Worten viel zu selten Taten folgten.
Jochen Drees/VAR: Der Videobeweis-Chef ist um seinen Posten nach wie vor nicht zu beneiden. Auch in der abgelaufenen Saison verging fast kein Spieltag, an dem nicht irgendein Protagonist das Aus für den "Kölner Keller" forderte. Dazu wird es allerdings nicht kommen, der Profifußball will nicht mehr auf den Videobeweis verzichten. Immerhin einen "Erfolg" können die Kritiker verzeichnen: Köln macht dicht - allerdings nur aufgrund der "Neueröffnung" auf dem Frankfurter DFB-Campus.
A.Rodriguezv--AMWN