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"Unerträglich": Grünen-Politiker von Notz kritisiert Wolfsgruß bei Türkei-Spiel
Der Grünen-Innenpolitiker Konstantin von Notz hat das massenhafte Zeigen des rechtsextremen Wolfsgrußes beim EM-Viertelfinalspiel der Türkei scharf kritisiert. "Ich finde es unerträglich, aus Sportereignissen wie der EM rechtsnationalistische Veranstaltungen zu machen", sagte von Notz am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. "Ich glaube, das hat im Fußball und in liberalen Demokratien nichts verloren." Der Grünen-Politiker forderte, ein Verbot der ultranationalistischen Organisation Graue Wölfe zu prüfen.
Türkische Fußball-Fans hatten am Samstagabend massenhaft beim Singen der Nationalhymne den Wolfsgruß gezeigt. In einem vorangegangenen Spiel hatte das der türkische Abwehrspieler Merih Demiral getan, der daraufhin vom europäischen Fußballverband Uefa für zwei Spiele gesperrt wurde.
Der Wolfsgruß ist eine Geste der Grauen Wölfe der nationalistischen "Ülkücü"-Bewegung, die vom Bundesverfassungsschutz als rechtsextremistisch bezeichnet wird. Sie ist demnach von Elementen wie Rassismus, Antisemitismus und einer Überhöhung des Türkentums geprägt.
Der Bundestag hatte schon Ende 2020 in einer von Union, SPD, FDP und Grünen unterstützten Entschließung das Bundesinnenministerium aufgefordert, ein Verbot der Grauen Wölfe zu prüfen. Dies sei weiter "absolut richtig", sagte von Notz. "Die dahinter stehenden Fragen sind eher drängender geworden."
Das Bundesinnenministerium hatte am Samstag auf AFP-Anfrage mitgeteilt, es könne "sich zu etwaigen Verbotsverfahren grundsätzlich nicht äußern, um mögliche künftige Maßnahmen nicht zu gefährden".
J.Williams--AMWN