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Mal wieder die USA: DFB-Frauen müssen nach Pleite zittern
Herber Dämpfer statt Achtungserfolg: Die deutschen Fußballerinnen haben im Kracher gegen Angstgegner USA den vorzeitigen Einzug ins Viertelfinale verpasst. Das Team von Cheftrainer Horst Hrubesch unterlag dem Olympia-Rekordsieger in Marseille verdient mit 1:4 (1:3) und steht zum Vorrundenabschluss nochmals unter Druck. Dank des Auftaktsiegs gegen Australien (3:0) reicht am Mittwoch (19.00 Uhr/ARD und Eurosport) gegen Sambia aber bereits ein Punkt zum Weiterkommen.
Die überragende Sophia Smith (10., 44.) sowie Mallory Swanson (26.) und Lynn Williams (89.) sorgten für den fünften US-Sieg im sechsten Duell beider Teams bei großen Turnieren, der zwischenzeitliche Ausgleich von Giulia Gwinn (22.) war zu wenig. Die USA steht mit nun sechs Punkten dicht vor dem Gruppensieg und dürfte fürs Viertelfinale ins Olympische Dorf nach Paris ziehen. Dieses eigens ausgerufene Ziel hat Deutschland nicht mehr in eigener Hand, braucht für Platz eins Schützenhilfe von Australien. Doch erstmal muss eine eigene Niederlage verhindert werden, sonst droht wie bei der WM 2023 das Vorrundenaus.
Angreiferin Lea Schüller hatte ein "richtig dickes Brett" gegen einen "der Topfavoriten für das Turnier" prognostiziert. Doch die DFB-Elf überrumpelte den viermaligen Olympiasieger zunächst fast. Nach eigenem hohem Ballgewinn legte Jule Brand nach feinem Dribbling quer auf Schüller, die schoss völlig freistehend Torhüterin Alyssa Naeher an (4.). Diesen vergebenen Hochkaräter bestrafte die USA mit ihrem ersten Angriff.
Trinity Rodman, Tochter von Basketball-Star Dennis, passte perfekt von der rechten Seite in die Mitte, wo Smith nur die Innenseite hinhalten musste. Mit dem Gegentreffer ging der Anfangsschwung der Hrubesch-Elf verloren, vor allem auf der eigenen linken Defensivseite brannte es einige Male. Dort wurde die erkältete Sarai Linder von der kurzfristig nachnominierten Felicitas Rauch ersetzt. Deutschland ließ sich in dieser Phase tief hinten reindrücken, schaffte kaum mal Entlastung.
Doch einen der wenigen Gegenangriffe vollendete Gwinn mit einem perfekten Flachschuss aus gut 20 Metern. Es blieb allerdings ein kurzes Strohfeuer: Fast im Gegenzug ließ nach Fehler von Kathrin Hendrich Deutschlands Torhüterin Ann-Katrin Berger einen Fernschuss von Smith fallen, Swanson staubte erfolgreich ab. Die USA drückte weiter aufs Gaspedal, die von Rauch abgefälschte Bogenlampe von Smith senkte sich unglücklich über Berger ins Netz.
Nach dem Wechsel investierte Deutschland vor rund 10.000 Fans im Stade Velodrome mehr in die Offensive, kam zu längeren Ballpassagen. Brands Schuss streichelte den Außenpfosten (58.), Sjoeke Nüsken scheiterte an Naeher (62.). Bei allem Mut zu mehr Angriffswirbel öffneten sich allerdings Räume für amerikanische Konter, Swanson ließ eine Großchance aus Nahdistanz aus (59.) - und Williams traf spät.
L.Durand--AMWN