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Investoren-Affäre: Fifa-Spitze stellt sich "uneingeschränkt" hinter Infantino
Nach einer Krisensitzung in Marokko hat die Spitze des Fußball-Weltverbandes Fifa ihrem umstrittenen Präsidenten Gianni Infantino volle Rückendeckung gegeben. "Im Anschluss an ein Treffen in Rabat bekräftigten der Fifa-Generalsekretär und die anwesenden Mitglieder der Fifa-Geschäftsleitung ihre uneingeschränkte Unterstützung für Fifa-Präsident Gianni Infantino", hieß es am späten Mittwochabend in einer Erklärung. Zugleich wurden in der den Weltfußball in Atem haltenden Investoren-Affäre "Fehler" eingestanden.
Infantino sei der "einzige Amtsträger, der von den 211 Fifa-Mitgliedsverbänden gewählt wurde", hieß es in der Erklärung weiter. Infantino wiederum habe "seine volle Unterstützung für den Fifa-Generalsekretär und die Fifa-Administration sowie für deren notwendige und hervorragende Arbeit bei der Umsetzung seiner Vision" bekräftigt. Wer genau außer Präsident und Generalsekretär bei der Krisensitzung der Verbandsspitze anwesend war, blieb zunächst unklar.
Zu der Investoren-Affäre, die den Fußball-Weltverband bis ins Mark erschüttert hatte und zu Rücktrittsforderungen gegen Infantino führte, gestand die Fifa-Spitze ein, dass "Fehler unterlaufen" seien. Es sei nicht beabsichtigt gewesen, den Mitgliedsverbänden "das Gefühl zu geben, vom Prozess ausgeschlossen zu sein". Das Verfahren hätte "anders gehandhabt werden müssen", erklärte die Fifa-Spitze. In einem Schreiben an die Mitgliedsverbände sei deshalb um Entschuldigung gebeten und versprochen worden, "dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen werden".
Zugleich warnte die Fifa-Spitze - offensichtlich mit Blick auf ihre Kritiker: "Die Fifa wird keinerlei Angriffe auf ihre Integrität dulden und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um ihren Ruf zu verteidigen."
Infantino veröffentlichte auf Instagram ein Foto, das ihn und Generalsekretär Mattias Grafström lächelnd und mit erhobenem Daumen zeigt. Dazu schrieb er: "Wir sind fest davon überzeugt, dass die Ergebnisse der heutigen Sitzung die Governance der Fifa stärken und dazu beitragen werden, das Vertrauen in die Organisation wiederherzustellen." Am Dienstag hatte es noch übereinstimmend in mehreren Medien geheißen, dass sich Generalsekretär Grafström in einem internen Schreiben von Infantino distanziert habe.
Hintergrund des derzeitigen Tumults im Weltfußball ist ein umstrittener Investoren-Plan von Infantino. Dieser sah die Gründung einer kommerziellen Tochtergesellschaft namens Fifa Forward Enterprise (FFE) vor. Sie sollte Wettbewerbe wie die Weltmeisterschaft und die Klub-WM vermarkten. Private Investoren hätten bis zu 20 Prozent der Anteile übernehmen können.
Auf Grundlage einer Bewertung von 20 Milliarden Dollar (17,3 Milliarden Euro) wollte die Fifa bis zu 4,2 Milliarden Dollar einnehmen. Infantino stellte zugleich allen 221 Fifa-Mitgliedern eine Einmalzahlung in Höhe von 20 Millionen Dollar und weitere Fördermittel in Aussicht - allerdings nur, wenn die Verbände seine Pläne absegnen.
Nach Bekanntwerden dieser Pläne brach ein Sturm der Entrüstung los, es war unter anderem von einem "Ausverkauf" der Seele des Fußballs die Rede. Der europäische Fußballverband Uefa und andere Kontinentalverbände drohten mit einem WM-Boykott. Angesichts dieses Widerstandes legte Infantino am Freitag vergangener Woche den Rückwärtsgang ein und zog seine Pläne zurück. Dessen ungeachtet entzog die Uefa dem Fifa-Chef am Wochenende ganz offiziell das Vertrauen.
D.Cunningha--AMWN