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Barmer-Report: Zu viele Zahnbehandlungen bei Teil der Versicherten
Eine kleine Gruppe von Kassenpatienten braucht besonders viele Zahnbehandlungen. Wie aus dem aktuellen Barmer-Zahnreport hervorgeht, welcher der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag vorlag, ist die Mundgesundheit der Menschen in Deutschland insgesamt gut. Allerdings werde offensichtlich ein Teil nicht von den Vorsorgemaßnahmen erreicht. Diese Menschen bräuchten dann beispielsweise deutlich mehr Füllungen und Kronen, was auch höhere Kosten verursache.
Bei den oberen zehn Prozent der Versicherten zwischen 25 und 74 Jahren mit einem hohen Behandlungsbedarf erhielt ein Patient oder eine Patientin demnach innerhalb von zehn Jahren im Schnitt 18 Zahnfüllungen. Diese Gruppe entspricht hochgerechnet etwa 5,4 Millionen Menschen in dieser Altersspanne. Im obersten Prozent, also bei immerhin 540.000 Menschen, waren dies binnen zehn Jahren sogar 35 Füllungen.
Barmer-Chef Christoph Straub sieht dies als Beleg für die Notwendigkeit einer zielgerichteteren Vorbeugung. Dies könne zahnärztliche Eingriffe vermeiden und Kosten sparen.
Dies betrifft auch den Zahnersatz. Für die durchschnittlichen 45- bis 54-jährigen Versicherten im Jahr 2012 entstanden in den zehn Folgejahren demnach Kassenausgaben für Zahnersatz und Zahnkronen um 200 Euro. Bei den oberen zehn Prozent, also denjenigen mit höherem Behandlungsbedarf, war es mit etwa 2700 mehr als 13 Mal so viel, wie Studienleiter Michael Walter von der Technischen Universität Dresden erklärte.
Es gibt demnach auch einen deutlichen Ost-West-Unterschied. Der Anteil der Versicherten, die häufig Füllungen benötigen, liegt in den ostdeutschen Flächenländern demnach um 42 Prozent über dem Bundesschnitt. Dies deutet den Experten zufolge darauf hin, dass im Osten eine dem Zahnerhalt dienende Therapie gegenüber einer stärker auf Zahnersatz ausgerichteten Versorgung im Westen überwiegen könnte.
Der Report bestätigt zugleich einen Zusammenhang zwischen Bildungsgrad und der besonders häufgen Versorgung mit Zahnersatz. Je höher der Ausbildungsgrad der Betroffenen, desto seltener benötigen sie viel Zahnersatz. So gibt es unter Versicherten mit Diplom oder Magisterabschluss im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt rund 35 Prozent weniger Menschen, die Zahnersatz brauchen. Dies müsse bei der Planung prophylaktischer und therapeutischer Leistungen berücksichtigt werden, erklärte Straub.
Für den Zahnreport wurden auf Basis von Abrechnungsdaten über ein Jahrzehnt hinweg Behandlungsverläufe von etwa 2,7 Millionen Versicherten differenziert nach drei Altersgruppen zwischen 25 und 74 Jahren analysiert.
D.Sawyer--AMWN