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Weltnaturschutzunion: Hunderte für Ökosystem wichtige Pilzarten vom Aussterben bedroht
Durch den Verlust an Waldflächen droht laut Weltnaturschutzunion der Verlust hunderter Pilzarten, die wiederum für die Pflanzenwelt von großer Bedeutung sind. Von den 1300 Pilzarten, deren Bestand genau dokumentiert sei, seien mindestens 411 vom Aussterben bedroht, teilte die International Union for Conservation of Nature (IUCN) am Donnerstag anlässlich einer Aktualisierung ihrer Roten Liste zu bedrohten Arten mit.
Die Auswertung betrifft nur einen Bruchteil der bislang etwa 150.000 bekannten Pilzarten. Dieser Ausschnitt zeigt laut IUCN aber, wie sich Aktivitäten des Menschen wie die Vernichtung von Wäldern, die Ausweitung landwirtschaftlicher Aktivitäten und des Städtebaus sowie der menschengemachte Klimawandel auf den Erhalt der Pilze auswirke.
Pilze sind Lebewesen, die weder den Pflanzen noch den Tieren zugerechnet werden können. "Obwohl Pilze vor allem versteckt unter der Erde leben (...). hat ihr Verschwinden Auswirkungen auf das Leben an der Oberfläche, das von ihnen abhängt", erklärte der schwedische Mykobiologe Anders Dahlberg, der die Auswertung für die IUCN leitete.
Pilze seien vergleichbar mit dem Mikrobiom, also Bakterien im menschlichen Verdauungstrakt, führte Dahlberg aus. Zwischen Pilzen und anderen Lebewesen bestehe eine "sehr alte, seit mehr als 400 Millionen Jahren entstandene Symbiose", die zur heutigen Artenvielfalt beigetragen habe. Mit Pilzen gingen wichtige Akteure in Ökosystemen verloren, die die Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit und Krankheitserreger bei Agrarpflanzen und Bäumen erhöhten und zur Speicherung von klimaschädlichem Kohlendioxid im Boden beitrügen.
"Pilze sind die verkannten Helden auf der Erde", schloss IUCN-Direktorin Grethel Aguilar. Es sei nun "an der Zeit", "das außerordentliche Königreich der Pilze zu erhalten".
P.Costa--AMWN